Titelbild für den Blogartikel Monatsrückblick 2025 von Alexandra Winkens. Alexandra steht hinter einer mit Luft gefüllten, weihnachtlich beleuchteten Mickey Mouse. Beide haben die Arme zu den Seiten ausgebreitet. Drum herum sind viele Weihnachtslichter zu sehen.

Monatsrückblick Dezember 2025 – Vom Wesentlichen, was bleibt, wenn Zeit kostbar wird

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Dieser Monatsrückblick Dezember 2025 ist eine Sammlung aller Momente, die den Dezember für mich besonders gemacht haben:
Er war geprägt von winterlichem Wetter, besonderen Begegnungen und wichtigen, persönlichen Momenten. Zwischen erstem Frost, kurzzeitigem Schnee und eisigen Morgen zeigte sich der Winter von seiner stillen Seite und schuf eine Atmosphäre, die zum Innehalten einlud.

Neben diesen äußeren Eindrücken standen vor allem Begegnungen und gemeinsame Zeiten im Mittelpunkt: Das jährliche Wintertreffen unserer Piratenfamilie, vertraute Rituale wie die Lichtertour mit meinen Enkelkindern und kleine Auszeiten, die den Alltag für einen Moment in den Hintergrund treten ließen.

Gleichzeitig brachte der Monat auch bedeutende Entwicklungen und nachdenkliche Themen mit sich: Berufliche Schritte in Richtung Zukunft und ein Besuch, der mir noch einmal deutlich gemacht hat, wie wertvoll gemeinsame Zeit ist.

Vom Zauber der ersten Schneeflocken

Es ist jedes Jahr aufs Neue immer erstaunlich, wie schnell es kalt wird. Zumindest empfinde ich das so. Gerade bin ich noch mit einem T-Shirt durch den Park gegangen, schon kann ich das Eis vom Auto kratzen. Geht euch das auch so? Dabei kommt es nicht wirklich plötzlich, nur die Zeit dazwischen verfliegt immer so schnell.

In den letzten zweieinhalb Jahrzehnten habe ich mir immer ein Datum gemerkt. Den dritten Dezember. Das war immer der Tag, um den herum es bei uns, zumindest hier in Krefeld am Niederrhein, das erste Mal geschneit hat. Und immer wieder, wenn es um das Datum herum schneit, hörte ich Stimmen wie: „Ach, das ist aber früh dieses Jahr.“ Nein, das ist nicht früh und das hatten wir immer wieder, immer um den dritten Dezember herum. Das sage ich dann nicht, das denke ich mir häufig nur. Naja, kann ja nicht jeder so schräg in der Birne sein wie ich, und sich solch einen Tag im Kalender merken.
Und natürlich haben wir nicht jedes Jahr Schnee, es gab auch schon einige Jahre, in denen wir nicht eine einzige Schneeflocke zu Gesicht bekommen habe. Aber wenn, dann war es meistens um den Tag herum.

Wie kommt es, dass ich mir diesen Tag über so viele Jahre gemerkt habe? Ich glaube, das findet seinen Grund in einer selektiven Wahrnehmung. Damals hatte ich eine Partnerin, die an dem Tag Geburtstag hatte. Dadurch ist mir natürlich eher aufgefallen, wenn es an dem Datum, oder auch nah daran, geschneit hat. Und irgendwie ist das so hängen geblieben seit dem.

Vor allen Dingen liegt es aber auch daran, dass ich Schnee einfach liebe. Sobald die ersten Schneeflocken fallen, auch wenn sie zu dieser Zeit in aller Regel noch nicht liegen bleiben, zieht es mich nach draußen. Und seit dem ich Hunde habe, ist dieses Bedürfnis noch viel stärker geworden. Ich fühle mich dann wie ein Kind: Ich versuche die Flocken mit der Zunge aufzufangen, ich starre in den Himmel, oder wenn es Nacht ist, in eine Straßenlaterne, und erfreue mich an den tausenden von dunklen Punkten, die vor meinen Augen tanzen. So habe ich als Kind auch schon immer lange Zeit am Fenster sitzen, und in den Himmel schauen können.

Am allerliebsten ist mir natürlich Schnee, wenn er liegen bleibt. Ich weiß, viele haben dann Angst mit dem Auto zu fahren, oder fürchten auszurutschen und zu fallen. Diese Befürchtungen und Ängste haben auch absolut ihre Berechtigung, bei jedem, der sie spürt und bei dem sie da sind.
Ich persönlich habe vielleicht ein wenig Respekt, aber Angst ist es bei mir nicht. Ich habe viele Jahre „im Auto gearbeitet“, so dass ich bei Wind und Wetter, und natürlich auch im Schnee, ans Lenkrad musste. Sowohl in der ambulanten Altenpflege, während meiner Zeit in einer Autovermietung, als auch im Lieferdienst eines Gastrobetriebes. Da gab es kein Kneifen. Dadurch sammelte ich sehr viele Erfahrungen im Fahren im Schnee oder auch bei vereisten Straßen.

Aber zurück zum Schnee, den ich am allermeisten mag, wenn er liegen bleibt. Am schönsten ist er, wenn es tagelang schneit und dann für mehrere Tage am Stück, mehrere Zentimeter hoch, liegen bleibt. Wisst ihr was ich daran so liebe?

  1. Es ist dann immer so schön hell. Ok, tagsüber ist es dann meistens eher zu hell, so dass eine Sonnenbrille oft sinnvoll erscheint. Aber auch nachts ist es dann immer hell, so dunkel die Straßen und Wege auch sonst sein mögen.
  2. Alles ist dann immer ganz still und ruhig. Die Reifen der fahrenden Autos sind fast gar nicht mehr zu hören, was natürlich auch an der langsameren Fahrweise liegen mag. Auch Schritte sind kaum noch hörbar. Alle Geräusche wirken wie gedämmt.
  3. Und wenn man Schrittgeräusche hört, dann ist es so ein Knirschen. Das Knirschen des Schnees unter den Schuhen. Ein absolut tolles Geräusch für mich, das viele schöne Erinnerungen weckt.

Wenn wir richtig viel Schnee hatten in den letzten Jahren, habe ich liebend gerne lange Spaziergänge mit Phoebe, meiner Hündin, gemacht. Sie habe ich mit meiner Schnee-Liebe vermutlich angesteckt, so wie sie sich draußen dann immer verhält. Wie eine Irre tobt sie dann durch den Schnee und versucht die Schneebälle, die ich ihr zuwerfe, mit dem Maul zu schnappen. Und das Buddeln macht ihr im Schnee noch mal ganz besonders viel Spaß.

Ich denke, dass meine Liebe zu Schnee schon in der Kindheit gelegt wurde. Ich habe schon von klein auf auf Skiern gestanden und wir sind mit unseren Eltern jedes Jahr in Skiurlaub gefahren. Außerdem haben auch meine Eltern immer etwas Besonderes aus dem ersten Schnee im Jahr gemacht. Ich erinnere mich an ein Jahr, in dem wir schon im Schlafanzug, und kurz vor dem Ins-Bett-gehen waren, als es anfing, sehr stark zu schneien und nicht mehr aufhörte. Unsere Mutter erlaubte uns dann, trotz der fortgeschrittenen Stunde, doch noch mal, dick eingepackt vor das Haus, auf die Wiese zu gehen. Dort haben wir, und es kamen noch ein paar weitere Nachbarskinder dazu, im Dunkeln noch einen Schneemann gebaut. Es war ja nicht wirklich dunkel, denn durch den Schnee wurde alles erhellt. Das war soooo schön!

Dieses Jahr kam der Schnee dann wirklich mal ganz früh. So früh hätte auch ich überhaupt noch nicht damit gerechnet. Am 23. November, an einem Sonntagnachmittag, fing es plötzlich an, richtig dicke, fette Flocken zu schneien. Und zwar so richtig viele. Von jetzt auf gleich war alles in kürzester Zeit, leider auch nur für kurze Zeit, in ein weißes Gewand gehüllt. Das Winterfeeling hielt leider nur ganz kurz an. Die Schneeflocken gingen nach wenigen Minuten schon wieder in Regen über und ich glaube, eine halbe Stunde später war das Winterwonderland schon wieder Geschichte.
Am 27. November wurde es dann auch nochmal richtig knackig kalt. Es gab zwar keinen weiteren Schnee, aber frühmorgens um kurz vor acht, konnte der ganze Park noch mit einer weißen Eisdecke bestaunt werden. Das ist auch sehr schön.
Ja, der Winter kommt mit riesigen Schritten. Dieses Jahr halt etwas eher.

Ja, ihr habt es richtig bemerkt. Dieser Beitrag gehört eigentlich in den November-Rückblick. Als ich den allerdings geschrieben habe, hatte ich nicht so viel Zeit, so dass ich die Themen etwas kürzen musste.
Das Thema Schnee und Eis und die dazugehörigen Bilder, wollte ich euch aber nicht ganz vorenthalten, so dass ihr sie nun einfach Anfang Januar zu lesen bekommt.

Nikolaus is in da Haus. Ach nein, es sind Piraten!🏴‍☠️

Genau auf Nikolaus hatten wir dieses Jahr einen ganz wichtigen Termin: Und zwar unser jährliches Winter-Treffen der Piraten-Familie.
Wir, das ist ein bunt zusammengewürfelter Haufen von Piraten, die sich im Laufe von vielen Jahren auf einem bestimmten Mittelalterfestival, dem MPS (Mittelalterlichen Phantasie Spectaculum), kennengelernt und auf irgendwelchen Wegen zueinander gefunden haben. Da wir über alle Winde verstreut in Deutschland leben, sehen wir uns in der Regel mehrfach im Sommer auf dem MPS, das an verschiedenen Orten im Jahr an unterschiedlichen Wochenenden durchgeführt wird.

Die meisten Mittelaltermärkte finden, und beim MPS ist es leider nicht anders, nur in der Sommersaison statt. Mit anderen Worten kehren unsere Schiffe im Herbst in ihre Heimathäfen zurück und machen dort über die langen Wintermonate, zirka acht bis achteinhalb Monate, fest.
Das ist eine ewig lange Zeit und wenn das letzte Festival im Sommer sich dem Ende zuneigt, und wir uns wieder für so lange Zeit voneinander verabschieden müssen, dann verdrückt schon der ein oder andere raubeinige, furchtlose Pirat, ein Tränchen. Denn wer weiß, wann man sich wiedersieht?

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass wir uns im Dezember 2019, damals gab es noch den Phantastischen Lichter Weihnachtsmarkt (PLWM) in Dortmund von demselben Veranstalter, der auch das MPS durchführt, voneinander verabschieden mussten. Wir wünschten uns alle: „Schöne Weihnachtstage, einen guten Rutsch, bis in wenigen Monaten.“ Und dann kam erst mal gar nichts mehr… Kein MPS, keine Piraten, keine Treffen mehr.
Das war für uns alle eine harte Zeit, denn wir waren inzwischen wirklich gute Freunde geworden. Und die Festivals bedeuteten für uns alle immer eine Art „nach Hause kommen“ und auch „endlich wieder Familie um uns“. Seit dieser, echt schweren Corona-Zeit, fällt uns der Abschied jedes Mal noch ein bisschen schwerer, denn: Wer weiß, wann man sich wiedersieht.

So kam es dann, dass wir begannen, uns im Winter 23/24 im Hafen eines Piraten-Paares zu treffen. Inzwischen existiert der PLWM auch nicht mehr, so dass die Wartezeit auf unsere Wiedersehen von ungefähr vier/viereinhalb Monaten auf tatsächlich acht bis achteinhalb Monate gestreckt wurde. Irgendwie ist es dadurch also inzwischen zu einer Tradition geworden, dass wir uns zumindest einmal im Winter treffen.

Als ich das erste Mal bei A. und P. (ich weiß gar nicht, ob ich die Namen hier nennen darf, deshalb bis zur Klärung hier erst einmal nur die Kürzel) ins Haus kam, wurde ich fast erschlagen von der Einrichtung. Also positiv erschlagen. Ich wusste ja, dass sie Piraten sind, aber dass sie dieses Hobby, diese Leidenschaft, so sehr leben, das war mir vorher nicht klar. Es war einfach Wahnsinn, was es dort alles zu sehen gab. Ich ging die ganze Zeit durch das Wohnzimmer und erblickte immer wieder neue, liebevoll dekorierte Details.

Von unserem zweiten Wintertreffen im März 2025 habe ich in meinem Halbjahresrückblich 2025 schon einmal kurz berichtet. Auch damals kam ich aus dem Staunen wieder nicht raus. In dem Rückblick habe ich versprochen mal nachzufragen, ob ich hier in meinem Blog vom nächsten Treffen mal ein paar Bilder einstellen dürfte, hauptsächlich von der Einrichtung. Diese Erlaubnis habe ich erhalten, einen lieben Dank dafür an A. und P.

Das nächste Mal war also jetzt am 6. Dezember, an Nikolaus. Wir fielen also in Scharen bei unseren Freunden ein und enterten ihren ruhigen Hafen. Ein Haufen voller Piraten, statt Nikoläusen. Aber das ist uns im Grunde auch lieber. Wobei sich unsere Männer mit ihren Bärten durchaus mit dem Nikolaus messen könnten. Leider konnten, eigentlich wie immer, nicht alle dabei sein. Aber es ist natürlich auch schwierig, so viele Leute unter einen Hut zu bekommen. Gerade noch in der Vorweihnachtszeit. Wie viele sind wir eigentlich? Moment, ich rechne mal schnell. Wir wären 20 Personen, inklusive zwei Jugendlicher, wenn alle dabei sind. Zwei Personen sind leider schon seit Jahren nicht mehr dabei, da es aus privaten Gründen nie passt mit den Marktterminen und den Treffen. Natürlich gehören sie trotzdem noch dazu und vielleicht klappt es ja doch noch irgendwann wieder.

Rainer, mein Partner, und ich fuhren dieses Mal eine Stunde eher dort hin. Nach einer Stunde Autofahrt, mag ich bei der Ankunft immer gerne erst mit Phoebe, meiner Hündin, eine Runde um den See gehen. Der Aasee ist in einer Minute Gehweg von unseren Freunden aus erreichbar. Dieses Mal schleppte ich Rainer mit, denn ich wollte gerne ein paar neue Fotos von mir haben. Leider hat das Wetter nicht wirklich mitgespielt. Nach etwa der halben Runde fing ein nerviger Fisselregen an, der von Minute zu Minute stärker wurde. Zwar haben wir einige Fotos zu Beginn der Runde gemacht, aber sie sind leider nicht so schön geworden, wie ich es hätte. Mal sehen, vielleicht zeige ich euch demnächst noch ein paar davon.

Als wir von der Hunde- und Fotorunde wieder zurück kamen, waren inzwischen auch schon einige Freunde eingetroffen. Die restlichen kamen kurz darauf an. Es wurden wieder viele Gespräche geführt, einige Kleinigkeiten als Advents- oder auch Nikolausgeschenke ausgetauscht, und später ließen wir uns Essen kommen. Es war ein toller, lustiger und geselliger Abend, der mir absolut gut getan, und meine Energie- und Wohlfühlreserven wieder aufgeladen hat.
Falls ihr gedacht, und damit gerechnet habt, dass es bei unseren Treffen wir auf einem Piratenschiff zugeht, der Alkohol in Strömen fließt, und wir laut grölend die Gegend unsicher machen, dann muss ich euch leider enttäuschen. Wir sind privat ganz normale Menschen, die ganz alltägliche Kleidung tragen und vollkommen unspektakuläre Berufe ausüben.

Die Zeit verging natürlich mal wieder wie im Fluge. Das ist ja leider immer so. Je schöner die Zeit, um so kürzer kommt sie einem vor. Und die Zeit mit unseren Freunden rast immer so sehr an uns vorbei, dass ich echt nicht hinterher komme. Schwupps, war es schon Mitternacht, und wir mussten uns schon wieder fertig machen, um nach Hause zu fahren. Bis wir uns von allen verabschiedet, und unsere sieben Sachen eingepackt hatten (allein für Phoebe haben wir ja schon immer den halben Hausstand mit), war es schon halb eins geworden.

Als wir gegen halb zwei wieder Zuhause waren, ließen wir den Abend noch ein wenig Revue passieren. Ich brauche dann immer noch einige Zeit, um wieder runter zu kommen. So viele Eindrücke, so viele Gespräche, so viele Gefühle, so dass ich nie direkt einschlafen kann. Ich denke, dass ich gegen drei Uhr in der Nacht etwa das Licht gelöscht, und ins Reich der Träume gewandert bin.
Es waren auf jeden Fall wieder ein sehr gelungener Nachmittag und Abend und ich freue mich schon auf das nächste Treffen, im nächsten Winter. Natürlich stehen uns davor erst einmal wieder unsere sommerlichen Outdoor-Mittelalterfestivals und -märkte, mit den Sommer-Campsites, bevor.

Hier kommen nun die versprochenen Fotos von der Einrichtung unserer Freunde:

Bild zu einem Beitrag im Blogartikel Monatsrückblick Dezember 2025.
Ein Teil der Schiffesammlung
Die überdachte Terrasse
Bild zu einem Beitrag im Blogartikel Monatsrückblick Dezember 2025. Eine Gruppe von sieben Menschen, drei Männer mit langen Bärten und 4 Frauen, sitzt im Halbkreis auf einem Sofa. Eine Frau steht etwa in der Mitte hinter der Couch. In der rechten Ecke steht ein beleuchteter Weihnachtsbaum. Auf dem Tisch vor dem Sofa stehen zwei Flaschen und vier Gläser auf Untersetzern und ein Adventskranz mit einer brennenden weißen Kerze. Im Hintergrund sieht man vier große, zimmerhohe Fenster. Draußen ist es dunkel, deshalb spiegeln sich die Lichter des Tannenbaums und noch andere beleuchtete Sterne in den Scheiben. Im Garten kann man im zweiten Fenster von rechts nur einen beleuchteten kleinen Elch sehen.
Ein Teil der Piratencrew am 6. Dezember ’25

Der Schlüssel zu meiner Zukunft

Im November hatte ich mich auf die Suche nach einem Therapie- und Beratungsraum gemacht, indem ich in meiner Tätigkeit als HPP Klienten in einem 1:1 Setting empfangen, und mit ihnen Gespräche führen kann. Von Anfang an war mir bewusst, dass ich mir zu Beginn noch keine eigene Praxis allein würde finanzieren können. Daher habe ich mich auf die Suche nach geeigneten Praxis-Sharing-Räumen gemacht. Es gibt, sowohl auf Facebook, als auch auf den üblichen Portalen des Internets, einige Möglichkeiten solche Praxen, oder auch Räume, zur Untermiete zu finden.

Angeguckt habe ich mir drei unterschiedliche Variationen. Einen Praxisraum in einer bestehenden Praxis zur Untermiete, einen Praxisraum zur stundenweisen Miete in einer Praxis-Sharing-Location und eine Praxis zur stundenweisen Vermietung. In meinem Rückblick vom November habe ich detailliert darüber berichtet.
Die Entscheidung fiel letztendlich auf die ganze Praxis für vorerst zwei halbe Tage in der Woche.

Ich werde zu Beginn montags nachmittags und mittwochs vormittags in den Räumlichkeiten sein. Um meinen Klienten sowohl vormittags, als auch nachmittags Termine anbieten zu können. Es wird keine öffentlichen Sprechzeiten, sondern nur Termine nach Vereinbarung geben. Natürlich ist eine spätere Aufstockung der gemieteten Stunden jederzeit nach Absprache möglich.

Damit meine Vermieterin, Anne Pelster, zwischen Weihnachten und Neujahr ihren Urlaub genießen konnte, hat sie mir am 19. Dezember schon den Schlüssel zur Praxis übergeben. Das fand ich super lieb, da ich den Mietvertrag ja noch nicht mal unterschrieben habe, weil ich bis dato noch keinen Bewilligungsbescheid vom Amt vorliegen habe. Über das Drama darum erzähle ich übrigens in meinem Jahresrückblick 2025.
Umso überraschter und auch glücklicher war ich über den Vertrauensvorschuss, den Anne mir geschenkt hat.
Das ist heute nicht mehr alltäglich. Die Menschen werden leider immer misstrauischer und vorsichtiger. In gewisser Weise verstehe ich das.
Ich selbst bin aber auch jemand, der anfangs eher Vertrauen schenkt, und dieses sich erst in Misstrauen umwandelt, wenn ich enttäuscht wurde. Ich glaube noch an das Gute im Menschen. Und Anne scheint das genauso zu sehen.

Da ist er also, der Schlüssel zu meiner Zukunft:

Der Schlüssel zu den Praxisräumen

Vom Weitergeben einer leuchtenden Weihnachtstradition

Als meine Tochter noch kleiner war, und es auf Weihnachten zuging, haben wir irgendwann eine schöne Tradition angefangen. Ich meine mich zu erinnern, dass es damals anfing, als ich eines Abends mit meiner Freundin Inga und unseren Töchtern gemeinsam im Auto fuhr und wir an ein paar, schön weihnachtlich geschmückten, Fenstern vorbei kamen. Im Auto wurde ein lautes „Ohhhh!“, „Ahhhh“ oder „Boahhh“ gerufen. Das wiederholte sich dann bei jedem, etwas aufwendiger dekorierten Fenster, oder auch Haus, oder Vorgarten. Alles, was etwas mehr ins Auge sprang und auffiel, wurde im Auto laut mit Bewunderungsrufen kommentiert, worauf auch immer viel Gelächter folgte.

Da unsere Töchter jede Woche gemeinsam Musikunterricht in der Schule hatten, und die Abholzeit im Winter schon im Dunkeln stattfand, bürgerte es sich so ein, dass wir die Kinder gemeinsam an der Schule abholten. Und so kam es dann, dass wir den Nach-Hause-Weg immer mit einer weihnachtlichen Sightseeing-Tour verbanden. Waren uns an anderen Tagen zufällig mal nett dekorierte Häuser aufgefallen, fuhren wir diese am Musikschultag extra an, um sie gemeinsam zu bewundern.

Damals war Weihnachtsbeleuchtung noch eher selten, zumindest die an den kompletten Häuserfronten. Man sah in der Regel meist nur geschmückte Fenster. Und es gab sie auch noch viel öfter mit bunten Lichtern und blinkend, als das heute so üblich ist. Das fanden die Kinder natürlich richtig toll.
Ein bestimmtes Haus im Mönchengladbacher Stadtteil Eicken, sind wir jedes Jahr wieder angefahren, weil dort auf dem Balkon zwei große Weihnachtmänner hingen, die sich bewegten. Das war damals immer eins unserer Highlights.

Irgendwann in dieser Zeit ist uns dann ein Begriff eingefallen, wie wir unsere Fahrten nennen konnten. Und zwar: „Lichtertour“. Seitdem wurde es so üblich, dass wir vier jedes Jahr auf Neue, mehrere Abende in der Adventszeit damit verbrachten, die uns schon bekannten, beleuchteten Häuser anzufahren. Und jedes Mal lenkten wir das Auto auch zusätzlich noch durch andere, neue Siedlungen und Straßen, die wir noch nicht ausgekundschaftet hatten. Fast jedes Mal fanden wir wieder neue „Ohhhs“ und „Ahhhh`s“, die wir dann mit auf unsere Liste für das nächste Jahr nahmen.

Als ich mit meiner Tochter aus Mönchengladbach wegzog, da war sie dreizehn, haben wir beiden diese Tradition alleine weitergeführt. Nun halt in Krefeld. Dort gab es auch einige schön geschmückte Fenster oder Häuser zu sehen. Natürlich hatte sie irgendwann ein Alter erreicht, in dem unsere Lichtertour nicht mehr so interessant war. Das war für mich auch vollkommen in Ordnung.
Dennoch habe ich diese Tradition nicht vergessen, und mir weiterhin, immer wenn es auf Weihnachten zuging, die etwas aufwendiger geschmückten Häuser, angeschaut.
Ich würde meine Wohnung, bzw. die Fenster nie selbst so extrem beleuchten, aber bei anderen schaue ich mir das gerne an. Das gehört für mich in der Adventszeit inzwischen dazu.

In den letzten Jahren habe ich dann immer mal wieder Beiträge in verschiedenen regionalen Facebook Gruppen gesehen, die so richtig extrem geschmückte, sogenannte „Weihnachtshäuser“ gezeigt haben. Die Menschen warben sogar damit, dass man vorbeikommen, und es sich anschauen solle. Die angegebenen Adressen habe ich mir dann immer gespeichert und im Hinterkopf behalten. Irgendwann wollte ich mit meinen Enkelkindern gemeinsam diese, fast dreißigjährige Tradition, wieder zum Leben erwecken.

Und dieses Jahr war es soweit. Am Tag vor Heilig Abend habe ich die beiden Kids bei meiner Tochter abgeholt. Ich hatte ein ganzes Straßenviertel ausfindig gemacht, wo man zwar nicht mit dem Auto durchfahren, sondern durchgehen und staunen konnte. Die Straßen sind in der Adventszeit von der Stadt für den Straßenverkehr gesperrt, so dass es auch kein Problem ist, mit seinen Kindern und der ganzen Familie dort einen Ausflug hin zu machen. Und das wird sehr viel genutzt. Dieses Viertel liegt in Mönchengladbach (ja, dafür sind wir dreizehn Minuten mit dem Auto gefahren) und wird in der Vorweihnachtszeit zu einem absoluten Touristenmagnet.

Als ich mit den Kindern dort ankam, konnte man das Leuchten schon von Weitem sehen. Und nachdem wir das Auto geparkt, und nach ein paar Metern die betreffenden Straßen erreichten, war es so, als würden wir in eine andere Welt eintauchen. Unzählige Lichter und die verschiedensten, zum Teil sogar bewegte und animierte, Figuren fanden wir vor. Außerdem waren Massen an Menschen dort auf den Straßen unterwegs. Wir hätten vor fast jedem Haus eine halbe Stunde stehen müssen, um die Fülle der Eindrücke in Ruhe verarbeiten zu können.

Einfach Wahnsinn, was die Leute dort sich für Mühe gemacht haben. Ich schätze, dass etwa siebzig bis achzig Prozent der Anwohner sich an diesem Weihnachtsleuchten beteiligen. Und man sieht dort Menschen aus dem ganzen Umland hin pilgern. Ich habe Autos mit Dortmunder, Bonner, Klever, und sogar niederländischen Kennzeichen gesehen. Es war tatsächlich einfach nur WOW!

Hier habe ich mal ein paar wenige Bilder für euch:

Bild zum Beitrag "Die erste Lichtertour für meine Enkelkinder" im Blogartikel Monatsrückblick Dezember 2025.
Zwei Häuser mit Vorgärten
Bild zum Beitrag "Die erste Lichtertour für meine Enkelkinder" im Blogartikel Monatsrückblick Dezember 2025.
Ein Vorgarten mit Kindermotiven
Bild zum Beitrag "Die erste Lichtertour für meine Enkelkinder" im Blogartikel Monatsrückblick Dezember 2025.
Beleuchtete Minions
Bild zum Beitrag "Die erste Lichtertour für meine Enkelkinder" im Blogartikel Monatsrückblick Dezember 2025.
Rundum beleuchtete, blinkende Fahrzeuge
Bild zum Beitrag "Die erste Lichtertour für meine Enkelkinder" im Blogartikel Monatsrückblick Dezember 2025.
Zwei nicht ganz so bunte, dafür stilvoll geschmückte Häuser
Bild zum Beitrag "Die erste Lichtertour für meine Enkelkinder" im Blogartikel Monatsrückblick Dezember 2025.
Noch ein Vorgarten mit kletterndem Weihnachtsmann
Bild zum Beitrag "Die erste Lichtertour für meine Enkelkinder" im Blogartikel Monatsrückblick Dezember 2025.
…aus der anderen Richtung
Bild zum Beitrag "Die erste Lichtertour für meine Enkelkinder" im Blogartikel Monatsrückblick Dezember 2025.
Beleuchtete Eisbären
Bild zum Beitrag "Die erste Lichtertour für meine Enkelkinder" im Blogartikel Monatsrückblick Dezember 2025.
Vorgarten mit Schneemann
Bild zum Beitrag "Die erste Lichtertour für meine Enkelkinder" im Blogartikel Monatsrückblick Dezember 2025.
Drei Vorgärten
Bild zum Beitrag "Die erste Lichtertour für meine Enkelkinder" im Blogartikel Monatsrückblick Dezember 2025.
Weihnachtsmann auf Traktor
Bild zum Beitrag "Die erste Lichtertour für meine Enkelkinder" im Blogartikel Monatsrückblick Dezember 2025.
Ein riesiger Adventskranz

Das ist wirklich krass, oder? Das hat schon absolut amerikanischen Stil, nicht wahr? Wie schon gesagt, ich würde mein Haus selbst eher nicht so extrem schmücken, es mir anzuschauen, finde ich allerdings echt schön. Und es bringt ein bisschen mehr Weihnachtsstimmung in mein Herz. Für mich ist das wirklich gelungen, vor allem, weil es ein ganzes Straßenviertel ist und mehrere Straßen daran beteiligt sind. Eine tolle Aktion für groß und klein stellen die Anwohner dort jedes Jahr aufs Neue auf die Beine.

Als ich meinem Partner ein paar Bilder davon geschickt habe, schrieb er direkt: WOW! Das hätte er auch gerne gesehen. Na, wenn das so ist? Nichts leichter als das! Nachdem wir am nächsten Abend, am Heiligen Abend, bei meinen Enkeln den Weihnachtsmann gespielt hatten, sind wir beide kurz nach Hause gefahren, haben Phoebe eingepackt, und sind nochmal nach Mönchengladbach gefahren. Dort haben wir uns alles gemeinsam und in Ruhe nochmal angeschaut. Dieses Mal ohne Kinder. Und die Straßen waren an dem Abend auch nicht so überlaufen. Vermutlich saßen alle Zuhause bei ihren Familien.

Sollte es jemanden interessieren, wo diese Siedlung ist: Sie nennt sich Weber-Siedlung im Mönchengladbacher Stadtteil Neuwerk. Beteiligt sind daran die Weberstraße, die Spinnerstraße, die Rauherstraße, die Eupener Straße und Am Tannenbaum. Das Befahren dieser Straßen ist in den Wochen vor Weihnachten nur den Anliegern erlaubt und die Zufahrten sind von der Stadt auch mit Sperren versehen.

Vielleicht habe ich ja jemandem von euch Lust darauf gemacht, auch einmal eine Lichtertour zu machen. Ihr müsst ja nicht unbedingt nach Gladbach fahren, wenn das für euch zu weit ist. Sicherlich gibt es bei euch in der Nähe auch solche Straßen, die besonders beleuchtet sind. Und wenn es nicht gesamte Straßen sind, dann werdet ihr sicher, wenn ihr die Augen aufhaltet, auch ganz besonders hübsch dekorierte Fenster, Balkone, Vorgärten oder Häuser, sehen.
Packt euch und eure Kinder, oder Kindeskinder, dick warm ein und macht einen gemeinsamen Spaziergang. Vielleicht geht euch ja auch noch ein Licht, oder auch mehrere, auf.

Demenz und Zeit für das Wesentliche

Wieviel Zeit verbringen wir mit Menschen, die uns wirklich wichtig sind? Menschen, die uns etwas bedeuten? Menschen, von denen wir wissen, dass sie es wirklich gut mit uns meinen? Menschen, denen auch an uns etwas liegt? Ist es wöchentlich? Oder vielleicht einmal im Monat? Oder auch nur einmal im Jahr?
Ich kann hier nur für mich sprechen: Es ist zu wenig. Die Tage sind gefüllt mit Arbeit, mit Terminen, mit Haushalt, mit Erledigungen, und es bleibt viel zu wenig Zeit für die wertvollen Momente mit Menschen, die mir wirklich wichtig sind, übrig.

In meiner To-Want-Liste für das letzte Quartal 2025 habe ich einen Wunsch notiert, den ich schon seit langer Zeit mit mir herum trage, und ihn doch aus irgendwelchen scheinbaren Gründen, nicht umgesetzt habe:
Ich wollte meinen Patenonkel besuchen.
Mein Patenonkel, inzwischen schon 87 Jahre als, lebt mit seiner Frau, der besten Freundin meiner Mutter, in Essen. Das ist gar nicht so weit entfernt von mir. Und dennoch habe ich es seit Jahren nicht geschafft, mal zu ihnen zu fahren.

Ich erinnere mich gerne an die Tage, in der beide Familien viel Zeit miteinander verbracht haben. Gemeinsame Ausflüge, gegenseitige Besuche, bis hin zu gemeinsamen Ski-Urlauben. Unsere Eltern verbrachten also sehr viel ihrer Freizeit miteinander. Damals waren wir noch Kinder. Ihr Sohn ist in meinem Alter und seine Schwester ein paar Jahre älter. Gemeinsam mit meiner zwei Jahre jüngeren Schwester, haben wir vier immer sehr intensiv miteinander gespielt und oft viel Fantasie an den Tag gelegt.
Nachdem wir Kinder alle schon aus unseren Elternhäusern ausgezogen waren und unsere eigenen Leben führten, sah ich die Erwachsenen leider nur noch ungefähr zwei bis drei mal im Jahr, zu besonderen Anlässen, wenn in großer Runde gefeiert wurde.

Es gab damals, als ich noch Kind war, hier und da auch vereinzelte Wochen, in denen ich meine Ferien bei meinem Patenonkel und seiner Familie verbracht habe. Ich habe noch Erinnerungen an einen Winter, in dem wir bei ihnen um die Ecke einen großen Hang im Schnee herunter gerodelt sind. Auch habe ich noch innere Bilder von Sommerzeiten, in denen wir zum Beispiel gemeinsam im Gruga-Bad waren. Diesen Rückblick habe ich zum Beispiel ganz besonders tief gespeichert, denn dort bin ich von einem zehn Meter Turm gesprungen. Ich wollte es so gerne machen. Und dann habe ich mindestens eine halbe Stunde dort oben gestanden und mich nicht getraut abzuspringen. Erst als mir eine Tüte Trockenpflaumen als Belohnung, ganz für mich alleine, versprochen wurde, habe ich es geschafft, meine Angst zu überwinden.

Ich hatte also eine sehr gute Beziehung zu meinem Patenonkel und seiner Frau. Sie waren für mich sehr vertraute Menschen, irgendwie eine Art Ersatzeltern.
Vor ein paar Jahren erzählte mir meine Mutter dann, dass er, mein Patenonkel, an Demenz erkrankt ist. Seit dem Tag habe ich nun noch mehr den Wunsch gehabt, sie besuchen zu fahren. Ich konnte die Erkrankung und ihren fortschreitenden Verlauf schon vor langer Zeit kennenlernen, als ich damals mehrere Jahre lang eine ältere Dame beschäftigt, versorgt und gepflegt habe. Die schleichenden Veränderungen und die zunehmenden Einschränkungen, die die Erkrankung mit sich bringt, wirken tiefgreifend und sehr belastend auf die Familie und Nahestehende.

Der Wunsch, sie besuchen zu fahren, wurde immer stärker. Besonders wichtig war mir vor allem, dass wir uns noch einmal sehen, bevor seine Erinnerungen verblassen. Und jetzt endlich, zwischen den Jahren, habe ich mir diesen Wunsch erfüllt. Und da meine Mutter ihre beste Freundin auch seit Jahren schon nicht mehr gesehen hatte, weil sie sich nicht mehr so sicher im Führen eines Fahrzeugs fühlt, habe ich sie an Weihnachten damit überrascht. Ich plante, sie am 30. Dezember in Mönchengladbach abzuholen und uns gemeinsam auf den Weg nach Essen zu machen. So hätte auch sie nochmal die Möglichkeit ihre beste Freundin zu treffen und sich mit ihr von Angesicht zu Angesicht zu unterhalten. Seit über 65 Jahren besteht ihre Freundschaft schon, die in den letzten Jahren leider nur noch telefonisch aufrecht erhalten bleiben konnte.

Meine Mutter war sehr aufgeregt, was sich in den letzten Jahren bei ihr in Schwindel und extremer geistiger Überforderung äußert. Zuerst wollte sie tatsächlich gar nicht mitkommen, meinte, sie würde lieber Zuhause bleiben, und wollte mich alleine nach Essen fahren lassen. Gut, dass ich mir ihrer Anspannung bewusst bin und weiß, wie herausfordernd solche Situation für meine sie sind. So konnte ich ihr mit viel Ruhe und Geduld ein Sicherheitsgefühl vermitteln, und sie entspannte sich während der Autofahrt Stück für Stück immer mehr.

Der Nachmittag wurde sehr schön. Alle haben sich gefreut, dass wir uns nach so langer Zeit (ich meine, es waren jetzt knapp 4 Jahre) endlich wieder gesehen haben. Wir erzählten alte Geschichten, tauschten Neuigkeiten aus, es wurde über die altersbedingten Beschwerden geklagt. Die Atmosphäre war von Wärme und guter Laune geprägt. Auch meine Mutter konnte sich nach der ersten halben Stunde vollständig auf die Situation einlassen und wirkte danach ruhig, angekommen und entspannt. Das Treffen hat uns allen sehr gut getan.

Was sich natürlich etwas verändert hatte, war mein Patenonkel. Er wirkte etwas kleiner, etwas mehr in sich zusammengesunken. Und er war sehr ruhig. Von sich aus erzählte er gar nichts, und beteiligte sich am Gespräch nur ab und zu dadurch, dass er immer mal wieder etwas bestätigte und interessiert schaute. Am Meisten taute er auf, wenn er Phoebe, meine Hündin, sah. In den Momenten war er wirklich da. Er beobachtete sie, sprach mit ihr und streichelte sie. Ich hatte das Gefühl, dass er sie von Anfang an in sein Herz geschlossen hatte. Das habe ich übrigens schon sehr häufig gelesen und gehört, dass Tiere oft einen direkten Zugang zu Menschen mit Demenz finden, einen einfühlsamen Draht zu ihnen haben.

Jedes Mal, wenn mein Patenonkel aufstand, und irgendetwas aus der Küche holen sollte (seine Frau gibt ihm immer wieder kleinere Aufgaben zu erledigen), folgte Phoebe ihm. Wer sie kennt, weiß, dass sie wahnsinnig verfressen ist, und jedem folgt, von dem sie vermutet, dass er ihr etwas zu futtern gibt. So dachte sie offenbar, dass er für sie in die Küche gehen, und sie dort etwas Leckeres von ihm bekommen würde. Das Szenario wiederholte sich mehrfach: Er stand auf, ging los, und sie sprang auf und dackelte, erwartungsvoll zu ihm aufschauend, hinter ihm her. In einer Situation führte das dazu, dass er auf dem Weg in die Küche stoppte, mit Phoebe sprach und sie streichelte. Und im nächsten Moment stand er wieder vor uns an der Couch, und meinte, dass er gerade auf dem Weg zur Küche gewesen sei, nun aber nicht mehr wisse, was er dort machen wollte. Wir nahmen das mit Humor auf, ohne ihn auszulachen, und gaben Phoebe die Schuld: Dass sie ihn schon so sehr um den Finger gewickelt hätte, dass er alles um sich herum vergessen würde.

Ja, so nimmt das Leben, und diese echt miese Erkrankung, seinen Lauf, und der Mensch wird immer weniger. Ich bin froh, dass mein Patenonkel noch seine Frau an seiner Seite hat, die sich mit Hingabe um ihn kümmert und versucht ihm die Tage noch so normal, wie es irgend geht, zu ermöglichen. Der Tagesablauf wird durch seine abnehmende, geistige Klarheit immer aufwendiger und kräftezehrender. Selbst einfache Dinge wie das Ankleiden werden zu Hürden, weil sein Gedächtnis ihn im Stich lässt und sein Gehirn die Reihenfolge der Schritte nicht mehr zuverlässig abrufen kann. So muss meine „Patentante“ ihn jeden Morgen wieder umziehen, da er zum Beispiel regelmäßig das Unterhemd über das Oberhemd zieht.

Und so ziehen sich die kleinen, alltäglichen Herausforderungen durch jeden Tag: das Zähneputzen, das Duschen, das Anziehen der Schuhe, das Vorbereiten der Mahlzeiten. Alles Dinge, die früher ganz selbstverständlich waren, jetzt aber viel Zeit, Geduld und Kraft von den Angehörigen erfordern.
Das ist eine schwere Zeit für alle, die mit der Demenz ihres Partner, oder auch eines Elternteils, in Berührung kommen, und ihr Leben aufgrund der Erkrankung oft komplett umkrempeln müssen.
Es ist ein Abschied auf Raten, und keiner der Betreuenden weiß vorher, wann er für den Betroffenen plötzlich eine unbekannte Person sein wird. Das ist meistens der schmerzhafteste Moment, in dem Angehörigen erst richtig klar wird, dass sie dabei sind, einen geliebten Menschen zu verlieren.

Ich bin sehr erleichtert, dass ich meinen Patenonkel noch einmal gesehen habe, mich ein wenig mit ihm unterhalten konnte, und er auf mich zumindest den Eindruck machte, als würde er mich noch erkennen.
Dieses Treffen hat mir mal wieder sehr deutlich klar gemacht, dass nicht unsere Arbeit, nicht unsere Haushalte und auch nicht unsere Hobbys die wichtigsten Themen in unserem Leben sind. Ja, sie nehmen einen Großteil unserer Zeit in Anspruch, sind auch wichtig und haben auf jeden Fall auch ihre Berechtigung. Allzu oft lassen wir uns aber von Terminen, Verpflichtungen und Routinen ablenken, und vergessen, dass die Begegnungen mit unseren Lieben unbezahlbar sind.

Das Wertvollste ist die Zeit, die wir mit Menschen verbringen, die wir lieben. Zeit schenken und gemeinsame Zeiten genießen. Schöne Momente, die uns etwas bedeuten, die unser Herz erwärmen, die uns nähren. Diese Augenblicke geben uns Nähe, Geborgenheit und ein Gefühl von Verbundenheit, das weit über die Stunden hinaus nachwirkt. Solche Begegnungen sind kostbar, weil wir nie wissen, wie viele davon uns noch bleiben. Und es sind genau diese Momente, die uns im Gedächtnis bleiben, in einer Erinnerung, die manchmal viel zu schnell verblasst.

Was ich im November 2025 gebloggt habe

Im Monat November habe ich 4 Blogbeiträge verfasst:

  • Monatsrückblick Oktober 2025 – Ein Monat voller Leben
    Hier erfährst du alles, was ich im Monat Oktober 2025 erlebt habe. Von Geburtstagsfeiern, über einen neuen Blog-Kurs zum Thema SEO etc., einem Workshop zu traumasensiblen Begleiten, der weiteren Bearbeitung meines Businessplans, zu schönen und lustigen Ausflügen, bis hin zu Informationen und meiner Einstellung zu Halloween.
  • Glossar zum Thema chronische Schmerzen – die wichtigsten Begriffe
    In diesem Beitrag findest du ein Lexikon zu allen Begriffen, von „Adaptation“ bis hin zu „zirkulärer Effekt“, rund um das Thema chronische Schmerzen.
  • 10 Mythen über chronische Schmerzen und was Irrtümer anrichten können
    Hier geht es besonders um Sätze, denen sich Menschen mit chronischen Schmerzen Tag für Tag stellen müssen, und was diese Sätze in ihnen auslösen können. Und es geht darum, wie wir diese Menschen wirklich unterstützen können.
  • Achtsamkeit im Alltag – bewusst leben statt funktionieren
    In diesem Artikel findest du eine praxisnahe und wissenschaftlich fundierte Orientierung zum Thema Achtsamkeit. Wie du Achtsamkeit in deinen Alltag integrieren kannst, wie sie wirkt, worin sie sich von klassischen Entspannungsmethoden unterscheidet und was du beim Üben beachten solltest

Und in meinem Monatsrückblick November 2025 habe ich über folgende Themen gebloggt:

  • zum Thema „St. Martin zieht durch die Straßen“ geht es hier.
  • zum Abschnitt „Auf der Suche nach Raum“ geht es hier.
  • zum Thema „Businessplan – Klappe, die Letzte!“ geht es hier.
  • zum Abschnitt Weihnachten nahtgeht es hier

Ausblick auf den Januar 2026

  • Ich bin Selbstständig.
  • Welche Hürden gibt es noch zu nehmen?
  • Einkaufen für die Praxis.
  • und noch vieles mehr…

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