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In meinem Jahresrückblick 2025 kannst du darüber lesen, dass es für mich ein Jahr des Durchhaltens, des Wachsens und des mutigen Vorwärtsgehens, war. Ein Jahr, das mich oft an meine Grenzen gebracht und mich gleichzeitig immer wieder über mich hinauswachsen lassen hat. Du kannst von meinen großen inneren und äußeren Prozessen, von Zweifeln und Erschöpfung, aber auch von Klarheit, Stolz und dem tiefen Gefühl, endlich auf dem richtigen Weg zu sein, lesen.
Ich habe mich diesem Jahr nicht einfach treiben lassen, sondern mich immer wieder bewusst entschieden, dranzubleiben. Auch dann, wenn es mühsam, frustrierend oder schlicht überfordernd war. Die Anmeldung meiner Selbstständigkeit, die monatelange Arbeit am Businessplan, der Umgang mit Bürokratie, Unsicherheit und Wartezeiten haben mir viel abverlangt. Gleichzeitig durfte ich erleben, wie viel Kraft in mir steckt, wenn ich mich nicht entmutigen lasse und Schritt für Schritt weitergehe.
Neben all den organisatorischen Herausforderungen war 2025 auch ein Jahr der persönlichen Entwicklung. Gesundheitliche Einschränkungen, alte Selbstzweifel und innere Hürden waren immer wieder präsent, und doch habe ich gelernt, achtsamer mit mir zu sein, meine Grenzen zu respektieren und mir selbst mehr zu vertrauen. Ich habe mir Sichtbarkeit erlaubt, habe geschrieben, geteilt, mich gezeigt und gemerkt, dass meine Stimme Raum haben darf.
Zwischen all dem gab es auch Leichtigkeit: Wertvolle Auszeiten, tiefe Dankbarkeit für die Menschen an meiner Seite, und kleine Erfolge, die sich zu etwas Großem zusammengefügt haben. Wenn ich auf dieses Jahr zurückblicke, sehe ich keinen geraden, perfekten Weg, sondern einen ehrlichen, lebendigen und mutigen. Und genau deshalb ist 2025 ein Jahr, auf das ich mit Respekt, Dankbarkeit und ein wenig Stolz zurückschaue.
Meine Themen und Highlights in 2025
Endlich habe ich meine Selbstständigkeit angemeldet
Was lange währt, wird endlich gut, sagt man ja. Dann muss es bei mir ja fabelhaft werden, oder? Ja, es hat lange gedauert und hat mich wirklich viel Kraft und Nerven gekostet. Trotz allem bin ich wirklich happy, dass ich es endlich geschafft habe. Dass ich mich durchgebissen habe. Dass ich dran geblieben bin. Dass ich es geschafft habe mich immer wieder aufs Neue zu motivieren.
Jetzt geht es endlich bald los. Und ich freue mich total auf meine ersten Klienten, auf die ersten Prozesse, die ich begleiten darf und auf all das, was mir meine Zukunft noch bringen wird.
Der Businessplan
Grundsätzlich ist es kein absolutes Muss einen Businessplan zu erstellen. Es sei denn, man braucht einen Kredit von einer Bank um überhaupt eine Praxis oder ein Gewerbe anmelden, und arbeiten zu können. Für sich selbst kann es allerdings schon sehr wertvoll sein, sich mit dem Businessplan zu beschäftigen. Man vertieft sich in die verschiedenen Themen der Selbstständigkeit, wie zum Beispiel die Kosten, die auf einen zukommen werden, oder wie man vorhat das Marketing zu gestalten. Auch das Wissen, welche Unternehmensformen es überhaupt gibt und welche für einen selbst eventuell in Frage kommen, kann nicht schaden. Zu erkennen, welche Stärken und auch Schwächen man hat, kann für eine unternehmerische Zukunft auch von Vorteil sein, hat man im späteren Verlauf nämlich die Möglichkeit an diesen Punkten zu arbeiten oder sie sogar zu stärken.
Vor allem der Zahlenteil des Businessplans kann gerade in den ersten Jahren der Selbstständigkeit noch sehr hilfreich sein. Man überlegt vorher genau, wieviel Geld man überhaupt einnehmen muss, um überhaupt seine Fixkosten bezahlen zu können. Im Laufe der Monate hat man dann immer wieder die Möglichkeit zu reflektieren, ob die Vorstellungen so aufgegangen sind. Man erkennt, welche Angebote gut angenommen werden, wo es Schwankungen gibt und ob die Einnahmen tatsächlich ausreichen, um die laufenden Kosten zu decken. Diese regelmäßige Auseinandersetzung mit den Zahlen schafft Sicherheit und hilft dabei, fundierte Entscheidungen für die weitere Entwicklung der Selbstständigkeit zu treffen.
In meinem Fall bin ich darauf angewiesen, dass ich vom Amt in der ersten Zeit noch weiterhin unterstützt werde. Meine Wohnung und mein Lebensunterhalt müssen erstmal noch gesichert sein, solange ich noch nicht genug Klienten habe. Und um anfangs noch etwas Unterstützung vom Amt zu erhalten, bin ich dazu verpflichtet einen Businessplan zu erstellen.
Das war schon ein ziemlich großes Thema für mich. Denn mich mit den ganzen Punkten in dem Businessplan auseinanderzusetzen, bedeutet auch, dass ich mir sowohl meine Schwächen wieder deutlich vor Augen halten, als auch mir diverser Risiken bewusst sein, und sie einkalkulieren muss.
Nachdem ich mich dann vor knapp über einem Jahr endlich, trotz aller Bedenken, dazu entschlossen hatte, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, suchte ich erst einmal alleine im Internetdschungel Hilfe für die Erstellung des Businessplans zu finden. Es gibt viele tolle, unterstützende Seiten, und ich habe Ende letzten Jahres auch schon sehr motiviert damit angefangen. Aber es ging immer nur um Stichpunkte, ich fand nichts, was mir bei der Ausführung dieser Punkte behilflich war.
Vom Amt erhielt ich dafür auch erst einmal überhaupt keine Unterstützung. Obwohl ich im Internet immer las, dass es bezahlte Business-Coachings geben würde, wurden all meine Anfragen für ein solches über ein halbes Jahr lang wieder und wieder zurückgewiesen. Anfang Juli diesen Jahres bekam ich dann, nach monatlichen Nachfragen, die Information, dass endlich wieder Gelder freigegeben wurden, und ob ich immer noch Interesse an einem solchen Coaching hätte. Und dann ging es recht schnell, innerhalb weniger Tage hatte ich den „Vermittlungsgutschein“ in der Hand und eine knappe Woche später dann schon den ersten Termin bei einer Business-Coachin, Andrea.
Seit Ende Juli haben wir sehr, sehr viele Stunden zusammen gesessen und uns mit den einzelnen Themen auseinander gesetzt. Einige Punkte konnten ganz schnell abgehakt werden, an anderen haben wir ein paar Wochen getüftelt. Zuhause habe ich dann vieles noch weiter ausgeführt und recherchiert, wofür die Coachingstunden gar nicht ausgereicht hätten. Sehr oft hatte ich Knoten im Gehirn und Andrea, meine Coachin, musste diese immer wieder lösen. Auch neigte ich immer mal wieder dazu mich zu verzetteln, wobei sie mich auch des Öfteren stoppen musste.

Ich weiß definitiv, dass, wenn ich dieses Coaching nicht bezahlt bekommen hätte, ich heute nicht an diesem Punkt stehen würde, und mein Unternehmen dann schlussendlich vielleicht doch nur ein Traum geblieben wäre.
Am Ende konnte ich der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, welche die Unterlagen von Unternehmensstartern für Jobcenter und Arbeitsamt prüft, Anfang Dezember endlich einen knapp fünfzigseitigen Businessplan vorlegen. Dazu kamen noch zwölf Ausbildungsbescheinigungen, Weiterbildungen, Fachfortbildungen und Seminarteilnahmen. Eineinhalb Wochen später erhielt ich von dort dann eine 1A Beurteilung mit Sternchen über meine Ausführungen, auf die ich mächtig stolz bin.
Anmelde-Marathon und Bürokratie-Wahnsinn
Die letzte Woche vor Weihnachten war auch nocheinmal ziemlich hektisch und stressig. Nachdem ich den Businessplan fertig gestellt und die Beurteilung darüber vorliegen hatte, musste ich nun alle Unterlagen vollständig dem Amt einreichen. In den Wochen vorher hatte ich mehrfach Kontakt zu meiner Sachbearbeiterin gehabt, weil ich von ihr Informationen haben wollte, welche Unterlagen ich denn nun alle einreichen müsse.
Ihr glaubt es kaum, es konnte mir keiner genau sagen, was sie neben dem Antrag der Gelder alles vorliegen haben wollten. Es gab nur einen einseitigen Vordruck, in dem stand, dass ich „alle genannten Unterlagen vollständig“ einreichen müsse. Und niemand in diesem verdammten Amt konnte mir sagen, was denn diese „genannten Unterlagen“ sind. Inzwischen wusste jeder auf dem Flur, wer ich war. Und es wurde sogar mit dem Vorgesetzten, der letztendlich seine Unterschrift unter meine Anträge setzt, in meinem Beisein telefoniert. Aber selbst er meinte, dass es keine weiteren Informationen dazu gäbe. Ich solle erstmal den Businessplan abgeben, und dann würde ich ein Schreiben erhalten, in dem aufgeführt wäre, was sie noch alles von mir benötigen würden.
Sehe ich das falsch, oder ist das nicht ein Schritt rückwärts? Und wenn es doch dieses Schreiben gibt, warum kann man es mir nicht vorher schon ausdrucken und mitgeben, damit ich schon mal alles zusammensammeln kann? Also was genau in diesem Amt falsch läuft, weiß ich nicht so genau, aber ich weiß, dass wenn ich nicht schon komplett weiß auf dem Kopf wäre, ich spätestens jetzt kein einziges farbiges Haar mehr hätte.
Drei Tage bevor ich das Beurteilungsschreiben, die Tragfähigkeit, nun vorliegen hatte, bekam ich dann ein Schreiben vom Amt, dass sie ihre Unterlagen überarbeitet worden wäre, und es nun Vordrucke geben würde. Dazu erhielt ich endlich einen vernünftigen Antrag zum Ausfüllen und eine fast volle DinA4 Seite mit Unterlagen, die ich zusammen mit dem Antrag einreichen sollte.
Von wegen „neue“ Formulare: Ganz unten auf dem Vordruck steht ein kleiner Vermerk: LES 001- 04/2023. Diese Unterlagen existieren also schon seit spätestens April 2023. Es hatte nur keiner in diesem Amt eine Ahnung, wo.
Sehr traurig, wie unfähig manches Amt funktioniert. Ich wünsche allen Menschen da draußen, dass sie fähigere Ämter und Mitarbeiter vorfinden, wenn Sie diese, oder ähnliche Fragen haben und Hilfe benötigen.
Zu dem Businessplan und der Tragfähigkeitsbescheinigung wollen Sie nämlich nun eine gewerbliche Anmeldung und/oder die Anmeldung beim Finanzamt haben. Außerdem die Geschäfts-Kontonummer und die Versicherungsbestätigungen über die Pflichtversicherungen. Eigentlich waren das Schritte, die bei mir erst auf dem Plan standen, nachdem ich einen Bewilligungsbescheid vom Amt vorliegen gehabt hätte. Ich kann ja nicht hingehen, ein Unternehmen gründen und anmelden, wenn ich noch gar nicht mit Sicherheit weiß, ob ich anfangs überhaupt noch finanziell unterstützt werde vom Amt. Für mich ist das Schritt fünf vor Schritt drei.
Also hieß es dann, eineinhalb Wochen vor Weihnachten, doch noch mal Stress zu haben, und zwar nun Zeitstress, da ich ja im Businessplan als Gründungsdatum den 01.01.2026 angegeben hatte. Wie sollte das alles noch klappen? Ich gehe ja davon aus, dass zumindest das Amt zwischen Weihnachtn und Neujahr nicht arbeiten wird. Also habe ich einen ganzen Tag damit verbracht ein Geschäftskonto zu eröffnen, eine Berufshaftpflicht abzuschließen und beim Finanzamt meine freiberufliche Selbstständigkeit anzumelden. Das alles natürlich unter Zeitdruck, weil ich die vollständigen Unterlagen ja so schnell wie möglich dem Amt übermitteln wollte.
Als ich alles fertig hatte, wollte ich nun alle Unterlagen, als PDF’s gespeichert, an das Amt übermitteln. Und wisst ihr was dann passierte? Ich habe ernsthaft 4 Stunden damit verbracht um irgendeinen Weg zu finden diese PDF’s ans Amt zu schicken. Keine Chance. Weder einzelne PDF’s, noch komplett zusammengefügte. Keine komprimierten Daten, keine Zip-Dateien. Egal, was ich hier versuchte, und ich habe wirklich zig unterschiedliche Kombinationen und Speicherungsmöglichkeiten ausprobiert, es scheiterte letztendlich immer im letzten Schritt. Ich erhielt jedes Mal eine technische Fehlermeldung des Übermittlungssystems.
Glaubt mir, ich hätte im Strahl k… können, wirklich. Das raubte so viel meiner wertvollen Zeit. Und das nur um meine Daten vollständig zu versenden.

Ok, was blieb mir jetzt übrig? Obwohl ich meine To-Do’s für den Tag schon vor Stunden erledigt, und schon lange Feierabend gemacht haben wollte, musst ich ja noch immer diesen letzten Schritt, das Versenden, abhaken. Mitten in der Nacht, so gegen ein Uhr, blieb mir nur eine Lösung: Ich ging hin, druckte alles komplett aus und stellte mir für den nächsten Morgen den Wecker auf viertel nach fünf.
Aufgrund meiner Erkrankung und der Hunderunde, die morgens auch erstmal gemacht werden muss, muss ich leider immer schon zwei bis drei Stunden vor einem Termin meinen Wecker klingeln lassen. Mein Plan war, alle Unterlagen in nun in Papierform persönlich bei meiner Sachbearbeiterin abzugeben. Und das direkt früh morgens um acht. Ich hatte halt Zeitdruck. Und die Tage bis Weihnachten konnten schließlich schon locker an zwei Händen abgezählt werden.
Dass die Security mich an dem Morgen dann erst einmal gar nicht ins Gebäude, zu meiner Sachbearbeiterin, durchlassen wollte, trau ich mich hier schon fast gar nicht mehr zu erzählen. Ich stand vor den beiden Herren, die allerdings wirklich sehr freundlich waren und mich nicht einfach nur abgewiesen haben, und hätte echt in Tränen ausbrechen können. Wenn ich nicht durch einen glücklichen Zufall die Telefonnummer, inklusive Durchwahl, von meiner Ansprechpartnerin gehabt hätte, wäre ich an dem Tag mit meinem Plan gescheitert. Ich hätte bei der Hotline erst um einen Rückruf bitten müssen, der dann erst zwei bis drei Werktage später erfolgt wäre. Und bis dann ein Termin für die Übergabe gemacht worden wäre, hätten wir definitiv schon das neue Jahr begrüßt.
So konnte ich aber telefonisch meiner Sachbearbeiterin die Problematik schildern, sie sprach dann über mein Handy mit dem Security Mitarbeiter, und ich durfte tatsächlich das Gebäude betreten.
Natürlich hatte ich in der Nacht auch noch schnell ein nettes Anschreiben aufgesetzt, indem ich ganz lieb um eine schnelle Bearbeitung, aufgrund des geplanten Eröffnungsdatums, bitte. Dieses habe ich dem ganzen Ordner an Papieren natürlich beigelegt. Ich hatte die Hoffnung, dass sie meinen Fall vielleicht noch vor Weihnachten abschließend bearbeiten würden.
Und? Hat das alles etwas gebracht? Leider nein. Bisher zumindest nicht, und es ist heute, wo ich diesen Absatz schreibe, der 29. Dezember. Bis heute habe ich noch keine Rückmeldung vom Amt erhalten. Ich kann für mich nur sagen, dass ich alles dafür getan habe, dass eine Bearbeitung noch bis Ende des Jahres erfolgen kann. Sollte ich in den nächsten Tagen keine Post erhalten, muss ich mein Unternehmen zum 01. Januar dann erstmal wieder abmelden und zum 01. Februar anmelden? Was ist mit der Versicherung? Die Rechnung wird auf Januar datiert sein. Wenn ich dann noch kein Unternehmen habe, dann kann ich auch keine Rechnung erhalten. Rein rechtlich gesehen zumindest. Genauso ist das Geschäftskonto ja auch. Ich kann jetzt einfach nur noch alles auf mich zukommen lassen.
Ich bin echt überfragt. Ich soll alles vorher schon anmelden und mit dem Antrag einreichen, aber wenn ich noch nicht das OK vom Amt habe, hätte ich, rein gefühlsmäßig, diese ganzen Anmeldungen eigentlich besser noch gar nicht machen sollen.
Das ist der bürokratische Wahnsinn in Deutschland. Schritt 5 vor Schritt 3, besser noch vor Schritt 1, und dann steht man wie Pöttchen Blöd im Wald, und der Weg endet im Nichts.
Schauen wir doch mal, wohin mich das Ganze nun noch führen wird. Ich lasse mich jetzt einfach überraschen…
Warum ich mich erst jetzt als HPP selbstständig mache
Im Januar 2018 habe ich die Prüfung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie bestanden. Warum habe ich mich damals nicht direkt selbstständig gemacht? Warum arbeite ich nicht schon längst als solche?
Auch heute werden mir solche Fragen noch sehr oft gestellt. Denn eigentlich war es ja mein Traum, mein Ziel, eine eigene Praxis zu eröffnen.
Das sind sehr gute, und auch berechtigte, Fragen. Und die Antwort darauf lässt sich nicht in einem Satz erklären. Denn es gab mehrere Punkte, die mich damals davon abgehalten, die mich ausgebremst und blockiert haben.
1. Schmerzen
Im Oktober 2017 zog ich mir einen Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich zu. Die Schmerzen ließen leider, auch über die folgenden Wochen hinweg, nicht deutlich nach. In erster Linie gab es erst mal nur Spritzen vom Arzt. Nachdem diese keine Wirkung zeigten, bekam ich Schmerztabletten verschrieben. Außerdem versuchte ich mit Physiotherapie und auch Akkupunktur der Schmerzen Herr zu werden. Doch anstatt nachzulassen, breiteten sie sich immer weiter, und schließlich über den gesamten Körper, aus. Gerade in den erstem Monaten waren ganz besonders meine Beine und Füße, und die Arme und Hände betroffen.
Die Beine wurden von Tag zu Tag und von Woche zu Woche immer schwerer. Jeder Schritt, den ich machte, kostete mich ohne Ende Kraft. Alleine nur ein Bein anzuheben, um zum Beispiel etwas anzuziehen, kam mir vor, als müsste ich 100 kg heben. Und in meinen Füßen hatte ich immer stärker das Gefühl, als würde ein Elefant darauf stehen und sie platt drücken. Obwohl keine Rötungen zu sehen, und Schwellungen auch nur minimal zu erkennen waren, kam ich kaum noch in Schuhe rein. Und wenn ich festes Schuhwerk tragen musste, was über den Winter natürlich sehr oft der Fall war, bekam ich das Gefühl, dass sie meine Füße komplett einengten und diese kurz vor dem Platzen ständen.
Mit meinen Armen und Händen war es sehr ähnlich. Die Arme heben, um ein Oberteil überzustreifen, ein Kraftakt. Haare waschen, nur mit vielen Pausen, in denen ich die Arme wieder senken musste. An Fönen mochte ich gar nicht denken damals. Während der Fön an sich schon sein Gewicht hatte, war er mit der Hand über dem Kopf kaum zu halten. Versuchte ich das länger als eine Minute durchzuhalten, fing die Hand an höllisch zu schmerzen und sich zu verkrampfen.
Begrüßungen, die damals üblicherweise noch mit einem Handschlag getätigt wurden, waren für mich richtig schlimm. Hatte mein Gegenüber einen etwas festeren Händedruck, den ich persönlich eigentlich bevorzuge, schrie ich plötzlich vor Schmerzen auf, da es sich anfühlte, als würde mir jeder Handknochen einzeln gebrochen.
Die schriftliche Prüfung für den Heilpraktiker für Psychotherapie im Oktober 2017 hatte ich also schon bestanden, kurz bevor ich den Bandscheibenvorfall hatte. Es folgte also im Januar 2018 nur noch die Mündliche vor sechs Prüfern beim Gesundheitsamt in Krefeld. Und obwohl ich zu der Zeit schon heftigste Schmerzen im ganzen Körper hatte, habe ich den Termin wahrgenommen. Ich hatte schließlich noch immer mein Ziel im Kopf.
Morgens hatte ich Schmerzmittel genommen, und da ich während der Prüfung sitzen konnte, war es körperlich für mich auch gut machbar. Die Prüfung war nach einer knappen Stunde überstanden. Und nach ein wenig Wartezeit auf dem Flur, wurde ich wieder in den Raum hineingebeten. Dort bekam ich dann das Ergebnis mitgeteilt: Sie haben bestanden!
Gerade in den ersten Jahren meiner Schmerzerkrankung wurde mein kompletter Tagesablauf, im Grunde genommen mein ganzes Leben, von den Schmerzen bestimmt.
Meine Nächte wurden zu einer Tortur. Trotz Müdigkeit konnte ich kaum noch schlafen. Einschlafen war nicht das Problem, doch meisten wurde ich nach spätestens eineinhalb Stunden wieder wach und wälzte mich dann stundenlang von rechts nach links und von links nach rechts. Es gab keine Position, in der ich keine Schmerzen hatte. Und es gab keine Chance auf erholsamen Schlaf. Dies führte dann irgendwann gegen fünf Uhr morgens dazu, dass der Körper in einen komatösen Schlaf fiel. Morgens kam ich dementsprechend natürlich nicht mehr aus dem Bett, solche Schmerzen hatte, und so übermüdet war ich. Die Folge war eine extreme Erschöpfung tagsüber, so dass ich zu nichts mehr zu gebrauchen war, was die Schmerzen wiederum weiter verstärkte.

Hätte ich anfangs nicht so viel Unterstützung von meinem Partner gehabe, weiß ich nicht, wie ich diese Zeit überstanden hätte. Er half mir beim Aufstehen, Ankleiden, den Haushalt zu führen, Einkaufen, bei Gängen zu Ärzten und bei eigentlich allem, was so anfiel. Auch hatte ich sehr oft Hilfe von einer Freundin, die ich ab und zu morgens anrufen musste. Wenn ich mich überhaupt nicht bewegen konnte und nur noch heulend im Bett lag, kam sie mit einem Ersatzschlüssel in meine Wohnung, versorgte die Tiere und ging mit meiner Hündin spazieren.
Die Jahre 2018 und 2019 waren dann von Krankenhausaufenthalten und Arztbesuchen geprägt. Ich wurde überall auf den Kopf gestellt, um heraus zu finden, was mit mir los war. Rheumatologie, Orthopädie, Neurologie, Schmerzklinik. Jeder Arzt fand zwar degenerative Veränderungen, die aber ihrem Wortlaut nach, nicht eine solche Schmerzsymptomatik auslösen sollten.
Auch während dieser Aufenthalte wurden Phoebe, meine Hündin, Jasper und Charly, meine beiden Kater, sehr gut durch Rainer und meine Freundin Nicole betreut. Ohne sie wäre das alles gar nicht möglich gewesen.
In der Schmerzklinik fiel dann übrigens das erste mal das Wort Fibromyalgie. Eine chronische Schmerzerkrankung, die nach heutigem Forschungsstand nicht heilbar ist, aber auch nicht tödlich endet. In dem gerade verlinkten Blogartikel erkläre ich diese Erkrankung genauer, für diejenigen, die Interesse daran haben, was Fibromyalgie ist. Es ist nämlich nicht nur die ausgeprägte Schmerzsymptomatik, die Betroffenen das Leben schwer macht, es hängen auch noch ganz viele andere körperliche und auch psychische Problematiken und Beschwerden damit zusammen.
Wenn ich hier schreibe, dass die Krankheit nicht tödlich endet, dann spreche ich nur von der Krankheit an sich.
Es gab allerdings eine Studie in den USA, die die Aufzeichnung aller Suizidfälle zwischen 2003 und 2014 auf Hinweise auf chronischen Schmerz in der Vorgeschichte durchkämmt hat. Es konnte nachgewiesen werden, dass es bei 10.789 der verzeichneten 123.181 Suizidfälle, also bei knapp 9%, vorangegangene chronische Schmerzen gab. Auffallend war, dass der Prozentsatz der durch Suizid Verstorbenen mit chronischen Schmerzen von 2003 bis 2014 eine deutliche Zunahme von 7,4 auf 10,2 % erfahren hatte.
Ich möchte damit ausdrücken, dass ich in den ersten Jahren meiner Erkrankung auch oft den Gedanken hatte, dass ich so nicht weiterleben wollte. Mein Leben hatte sich um 100% gewendet. Ich wollte nicht noch 30 oder mehr Jahre mit solchen Schmerzen leben. Wenn mein Leben so weitergegangen wäre, dann hätte ich null Lebensqualität mehr gehabt. Das Leben, das ich mir immer gewünscht und erträumt hatte, war vorbei.
Ich war nicht akut suizidal, hatte noch keine Pläne gemacht oder so, aber der Gedanke, dass ich jetzt so weiterleben müsste, war für mich absolut nicht lebenswert.
Wie hätte ich in dieser Zeit eine Praxis öffnen sollen? Wie sollte ich für andere Menschen da sein können, wenn ich es für mich selber nicht einmal konnte? Natürlich hatte ich mir meine Zukunft anders vorgestellt. Und diese Schmerzen machten mir einen riesigen Strich durch alle Rechnungen, Vorstellungen und Planungen. Und nicht nur privat nahm mein Leben plötzlich einen ganz anderen Kurs auf, gerade auch beruflich hatte ich nun eigentlich wirklich komplett neu durchstarten wollen.
So war ich also erst einmal nur noch mit meiner Erkrankung, und einem „Überleben“ mit all den Symptomen beschäftigt, und die Schmerzen nahmen über ein paar Jahre hinweg allen Raum ein, der mir zur Verfügung stand.
Heute bin ich regelmäßig einmal im Quartal bei meiner Schmerzärztin. Ich bin medikamentös gut eingestellt und kann einen fast geregelten Tagesablauf leben. Ich bin nie ganz schmerzfrei, das wird vermutlich auch nie mehr so sein. Fibromyalgie ist halt eine chronische Erkrankung, die nicht heilbar ist.
Wichtig ist, dass ich gelernt habe, wie ich mit diesen Schmerzen umgehen muss. Dass ich genau weiß, was mein Körper verträgt, und was nicht. Dass ich meine Grenzen kenne, sowohl die körperlichen, als auch die psychischen, und diese auch respektiere. Und dass ich mir Pausen gönne und mit meinem Körper sozusagen einen Kompromiss geschlossen habe.

2. Schwerhörigkeit
Ein zweiter Grund, mich 2018 nicht direkt selbstständig zu machen, war die Tatsache, dass mein Gehör nicht mehr mitspielte. Die ersten kleinen Einschränkungen dadurch machten sich bereits seit ungefähr dem Jahr 2000 langsam bemerkbar. Und in den vergangenen Jahren, ab etwa 2010, hatte ich festgestellt. dass sich der Hörverlust schleichend verstärkte. Das war auch ungefähr der Zeitpunkt, an dem ich die ersten Besuche bei einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt in Anspruch nahm.
Aufgrund seiner Empfehlung ließ ich mich 2011 dann im Ohr, bzw. im Gehörgang, operieren, in der Hoffnung, dass danach wieder alles in Ordnung sei. Es war festgestellt worden, dass einer meiner Gehörknöchelchen nicht mehr funktionierte. Die Gehörknöchel sind die drei kleinsten Knochen (Hammer, Amboss und Steigbügel) des menschlichen Körpers. Sie liegen im Mittelohr und haben beim Hören die zentrale Aufgabe der Schallübertragung und -verstärkung.
Bei mir lag eine Verknöcherung des Steigbügels vor, der sich im Normalfall federnd bewegt. Bei einer Otosklerose „versteift“ er (meistens der Steigbügel), wird also teilweise oder völlig fixiert, weshalb er nicht mehr in Schwingung kommen kann. Somit wird der Schall durch die fehlenden Schwingungen nicht mehr, oder nur noch teilweise, ans Innenohr weitergeleitet.
Die Ursachen dieser Erkrankung können in einer erblichen Disposition, in hormonellen Veränderungen (zum Beispiel im Zusammenhang mit Schwangerschaften), sowie in Umbauprozessen des Knochenstoffwechsels liegen.
Während der Operation, einer Stapedektomie, wird der verknöcherte Steigbügel entfernt und eine Prothese eingesetzt. Diese soll nach der Abheilung die Schwingungsübertragung übernehmen.
Nach meiner Operation im Jahr 2011 bemerkte ich allerdings keinen gravierenden Unterschied zu vorher. Die Ärzte machten mir anfangs Mut und meinten, dass es etwas dauern könne, bis sich das Hörvermögen wieder verbessert. Doch leider tat sich bei mir gar nichts.
2013 machte ich dann einen zweiten Anlauf und begab mich wiederholt in die Hände von HNO-Chirurgen. Es wurde festgestellt, dass eine der Verbindungen der Prothese, entweder am Amboss oder an der Seite des Innenohrs (ich erinnere mich nicht mehr genau), nicht gehalten hatte. Dies wurde also in dieser zweiten Operation korrigiert. Aber auch dieses Mal gab es bei mir danach keinerlei Verbesserungen im Hören.
Und irgendwie gab ich es damals auf. Ich hatte kein Interesse daran mich noch einmal unters Messer zu legen. Also musste ich nun damit leben, dass ich auf einem Ohr nichts mehr hörte und im Innenohr eine Prothese herumbaumelte, die zu nichts nutze war.
In den darauffolgenden Jahren ließ mein Hörvermögen immer mehr nach. Auch das linke Ohr war betroffen, anfangs aber noch nicht so schlimm, wie auf der rechten Seite. Bis 2020 ging es dann soweit, dass der Fernseher zuhause schon fast auf höchster Stufe lief und ich in der Öffentlichkeit immer mehr Probleme hatte Gesprächen zu folgen. In ruhigen Räumen hielt sich das Problem einigermaßen in Grenzen, musste ich mich nur sehr auf mein Gegenüber konzentrieren und versuchen vieles über Lippenlesen zu verstehen. Waren aber viele unterschiedliche Geräusche zu hören, oder mehrere Menschen unterhielten sich gleichzeitig, blieb mir nichts anderes übrig, als mich auszuklinken.
Ich lernte mit den Jahren zwar damit zu leben, aber gut ging es mir nicht wirklich damit. Ich bekam Gespräche um mich herum nicht mehr mit, wenn alle lachten, lachte ich einfach mit, und ich tat einfach oft so, als würde ich alles verstehen. Im kleinen Kreis, bei guten Freunden und Bekannten, fragte ich ab und zu auch mal nach. Ich hatte aber irgendwie immer mehr das Gefühl, dass ich außen vor war, dass ich nicht wirklich dazu gehörte.
So fingen mit der Zeit auch langsam Zweifel an sich zu regen, ob es mir überhaupt möglich wäre, eine Praxis zu führen. Wie sollte ich mit einem Menschen Therapiegespräche führen, wenn ich sie nicht hören konnte? Es wäre sicher nicht so günstig, wenn ich nach jedem zweiten Satz die Klienten darum bitten würde, doch lauter zu sprechen. Und mich darauf verlassen, dass ich mit Lippenlesen alles verstehen würde, wollte ich lieber nicht ausprobieren. Abgesehen davon, ist es gerade bei einigen psychischen Erkrankungen oft der Fall, dass Menschen leiser sprechen, was es mir definitiv noch schwerer gemacht hätte.

Nachdem ich Mitte 2000 wirklich fast gar nichts mehr hörte, und fast nur noch Diskussionen mit meinem Partner hatte, musste etwas passieren. Also bin ich noch einmal zum HNO-Arzt gegangen, der dann meinte, dass wir es mit Hörgeräten ausprobieren könnten. Mir war überhaupt nicht klar gewesen, dass das auch eine Option war. Ging ich doch davon aus, dass meine Schallweiterleitung nun ganz defekt wäre und eine Verstärkung des Schalls dann auch keinen Sinn machen würde.
Ein wenig habe ich mich schon geärgert, denn hätte man mir 2011 diese Möglichkeit genannt, dann hätte ich mich nicht direkt unter’s Messer gelegt. Auch 2013 wurde ich nicht weiter darüber informiert. Schon sehr merkwürdig. Aber durch Operationen verdienen die Ärzte natürlich mehr. Vielleicht lag es daran, wer weiß?
Inzwischen trage ich auf jeden Fall seit ein paar Jahren Hörgeräte auf beiden Ohren und komme auch sehr gut damit zurecht. Ich wusste schon gar nicht mehr, was ich alles verpasse. Abgesehen von Gesprächen, denen ich ja schon lange nicht mehr folgen konnte, war mir nicht bewusst gewesen, dass ich die Natur um mich herum auch nicht mehr mit allen Sinnen wahrgenommen hatte. Über mindestens zehn Jahre hatte ich das Rauschen des Windes in den Bäumen, Vogelgezwitscher oder auch das Plätschern eines Baches, nicht mehr gehört.
Natürlich haben auch Hörgeräte ihre Grenzen und nicht alles ist super mit ihnen, aber ich kann wieder am Leben teilnehmen. Und das ist das Wichtigste.
3. Selbstzweifel
Als dritten Punkt, warum ich es nicht früher geschafft habe, mich selbstständig zu machen, muss ich anführen, dass es mir an Selbstbewusstsein mangelte. Ja, auch wenn es einige von euch nicht glauben mögen, es ist tatsächlich so. Nach außen hin wirke ich meistens selbstsicher, klar und gefestigt. Diejenigen unter euch, die mich etwas besser kennen, können aber sicher bestätigen, dass dies nicht immer so ist. Auch ich habe des Öfteren meine Zweifel, meine Unsicherheiten, meine Scham- und Schuldthemen. Auch ich habe Momente, in denen ich sehr selbstkritisch bin, in denen ich an meinen Fähigkeiten zweifle, und in denen ich mich als weniger wert empfinde.
Die Weichen für meine Selbstunsicherheit, mein Gefühl der Wertlosigkeit, wurden im ersten Drittel meines Lebens gelegt. Im Laufe der Jahre, und auch in einer Therapie, habe ich dann gelernt, was Glaubenssätze sind, und welchen Einfluss sie auf mein Denken, Fühlen und Handeln haben. Im Laufe der letzten Jahre habe ich intensiv an ihnen gearbeitet und mein Selbstwertgefühl Stück für Stück stärken können.
Doch das Leben verläuft nicht konstant stabil. Negative Erfahrungen, Belastungen, Enttäuschungen und Rückschläge können selbst mühsam erarbeitete innere Sicherheiten ins Wanken bringen. In solchen Phasen zeigen sich alte Muster oft schneller, als mir lieb ist, und verdeutlichen, wie fragil selbst ein gewachsener Selbstwert sein kann.
Ich bin mir ganz sicher, dass es sehr vielen Menschen so geht. Obwohl verstandesmäßig bekannt ist, dass bestimmte Gedanken aus alten Mustern und frühen Erfahrungen stammen, fühlen sie sich in schwierigen Situationen dennoch erschreckend real an.
Rational lässt sich die Entstehung eigener Glaubenssätze oft benennen und einordnen. Emotional jedoch bleibt dieses Wissen in belastenden Momenten häufig kaum spürbar. Trotz aller Einsicht reagieren Gefühle und innere Bewertungen schneller, als der Verstand sie erreichen kann.
Besonders in Phasen von Rückschlägen wird dieser innere Konflikt deutlich: Der Kopf kennt die Zusammenhänge, doch das Gefühl folgt ihnen nicht immer. Zwischen Erkenntnis und Empfinden klafft dann eine Lücke, in der Unsicherheit und alte Zweifel erneut hörbar werden.
Meine Ausbildungen, und ganz besonders die, welche mich in der Arbeit mit dem Nervensystem geschult haben, helfen mir inzwischen auch sehr gut selbst. Ich erkenne recht schnell, wenn mein Körper wieder einen alten Strang des Nervenleitungssystems genommen hat. Oft kann ich dann direkt einlenken und versuchen meine Reaktionen, meine Handlungen über einen anderen Weg, den von neueren Nervenverbindungen, zu leiten.
Ab und zu klappt das aber noch nicht so schnell, und ich finde mich wieder in den alten Mustern, die mich dann blockieren und ausbremsen, einfach meinen Weg weiter zu gehen und an mich zu glauben.
Die Schmerzerkrankung und auch die Schwerhörigkeit haben meinem Selbstwertgefühl natürlich auch nicht so gut getan. Weshalb ich gerade in den letzten paar Jahren erst wieder Stück für Stück lernen musste, wie es sich anfühlt, wenn ich genüge. Wenn ich einfach so gut bin, wie ich bin. Und dass ich wertvoll bin, allein weil ich bin.
„Bloggen like nobody`s reading“ im VIB Kurs
Seit Mitte Juli bin ich ein „Very interesting Blogger“. Diesen Kurs von Judith Peters habe ich gebucht, damit ich es endlich schaffe, regelmäßig Blogartikel zu schreiben. Und mit regelmäßig meine ich nicht nur ein, oder zwei bis drei Monate. „Blog like nobody’s reading“ ist übrigens Judiths Motto, ihr sogenannter Claim.
Aufgesetzt habe ich meine Website, und damit auch den Blog, ja schon am 01. Januar 2025. Doch bis zum Sommer hatte ich bisher nur den Jahresrückblick 2024 und einen weiteren Artikel im April veröffentlicht. Mir fehlten die Ideen, die Struktur, die Routine, die Motivation.
Als Kursmitglied erhalte ich nun seit dem, jeden Montag via E-Mail eine Blog-Idee. Dazu gibt es eine Strukturvorlage und jeder veröffentlichte Beitrag wird auf einer externen Seite von Judith verlinkt. Außerdem bekomme ich regelmäßig Blog-Tipps und die verschiedensten Anleitungen zu dem Thema.
Diese Hilfestellungen unterstützen mich tatsächlich sehr dabei, ins Thema Bloggen rein, und ins Tun zu kommen. Ich bin motiviert, da ich jede Woche in einer Liste sehen und kontrollieren kann, an welcher Stelle mein Artikel aufgeführt wird. Und vor allem gehen Judith die Blog-Ideen nicht aus.
Seitdem ich diesen Kurs mitmache, habe ich weitere dreißig Blogartikel veröffentlicht und bin absolut zufrieden mit mir und meinem Durchhaltevermögen. Nein, ich bin nicht nur zufrieden, es macht mich tatsächlich ein bisschen stolz.

Und was habe ich nun von den ganzen Blogartikeln? Das kann ich dir genau sagen:
- wird meine Website damit gefüllt und jeder kann nachlesen, was ich mache, was ich anbiete und welche Themen in meiner Praxis schwerpunktmäßig im Vordergrund stehen.
- lebt ein Blog lange. Im Gegensatz dazu ist Social Media viel zu schnelllebig. Selbst wenn ich dort etwas poste, nach einem Tag wird es niemandem mehr angezeigt und nach einer Woche ist es ganz vergessen.
Meine Blogartikel kann auch in zehn oder zwanzig Jahren jeder noch finden. Sowohl direkt über meine Website, als auch über die übliche Web-Suche. Der Content, über den ich im Blog schreibe, ist langlebig. Und er wird in zig Jahren noch genauso aktuell sein, wie er es heute ist. - Meine Website bleibt für Suchmaschinen, wie zum Beispiel Google, immer aktuell. Je öfter ich etwas blogge, und somit meine Homepage aktualisiere, als umso relevanter stuft Google meine Seite ein. Hat man meinen Namen letztes Jahr in der Suche eingegeben, erschienen auf den ersten Seiten nur eine Optikerin mit dem Namen Alexandra Winkens aus Erkelenz. Und ein Nachruf und Traueranzeige zu einer Alexandra Winkens aus Aachen. Mich persönlich gab es nicht. Ich existierte im Internet nicht, oder vielleicht erst auf Seite XX.
Nachdem ich etwa fünf, sechs Wochen lang jede Woche ein bis zwei Blogartikel veröffentlicht hatte, wurde ich bei Google auf Seite eins angezeigt. und das sogar an erster Stelle.
Mit anderen Worten: Wenn Google dadurch, dass ich jede Woche etwas veröffentliche, erkennt, dass meine Internetseite aktuell und relevant ist, kann ich wesentlich schneller im Internet gefunden werden.
Ihr werdet also weiterhin regelmäßig von mir etwas zu lesen bekommen. Ob ich das Pensum mit ein bis zwei Artikeln in der Woche halten kann, wage ich noch nicht voraus zu sagen. Jetzt im Dezember habe ich es ja überhaupt nicht geschafft, etwas zu schreiben. Das war bedingt durch die ganzen Termine im Zusammenhang mit dem Amt und den ganzen Anmeldungen, die ich tätigen musste. Auch eine heftige Bronchitis hat mich für eine Woche komplett ausgebremst.
Anfangs hat mich das sehr gestört und ich bin abends mit einem schlechten Gewissen ins Bett gefallen. Nach ungefähr eineinhalb Wochen, in denen ich nicht dazu gekommen war etwas zu schreiben, habe ich direkt an meinem Mind-Set gearbeitet. Ich hatte ja nicht nichts getan, sondern meine Zeit in die Selbstständigkeit, und allem was damit zusammenhängt, investiert. Und an den Tagen, an denen ich gesundheitlich ausgeknockt war, habe ich mich daran gesetzt, Stück für Stück Weihnachtskarten zu schreiben.
Also: Den selbst auferlegten Druck rausnehmen und einfach mal akzeptieren, dass nicht immer alles geht. So war die Tatsache für mich leichter zu tragen.
Ab Januar werde ich aber definitiv wieder versuchen einen Blogbeitrag pro Woche zu veröffentlichen. Und dann schauen wir, wie sich mein Unternehmen entwickelt. Wenn sich die Praxis füllt und ich so viele Klienten habe, dass meine Tage mit Terminen gefüllt sind, wird das Bloggen auf Dauer etwas kürzer treten müssen. Denn in erster Linie möchte ich meine Zeit ja meinen Klienten als Heilpraktikerin für Psychotherapie schenken. Und nicht als hauptberufliche Bloggerin. Und das Schreiben von Blogartikeln nimmt tatsächlich sehr viel Zeit in Anspruch, auch wenn es mir inzwischen wirklich sehr viel Spaß macht und auch immer schneller von der Hand geht.
Endlich sichtbar werden durch den DYB Kurs
Jetzt schrieb ich also seit Mitte Juli jede Woche mindestens einen Blogartikel. Manch Informative zu meinen Schwerpunk-Themen als Heilpraktikerin für Psychotherapie, einige als eine Art Ratgeber und wiederum andere mit persönlichen Themen, wie es zum Beispiel die Rückblicke sind.
Und zwischenzeitlich kamen immer mal wieder Gedanken in mir hoch, dass ich ja eigentlich schrieb, damit meine Artikel auch gelesen werden.
Doch jedes Mal, wenn ich den Gedanken daran hatte, einen Artikel auf meinen Social Media Kanälen zu teilen, wurde in mir eine Stimme laut, die mir einredete, dass es niemanden interessieren würde, was ich geschrieben hatte. Oder ich bekam plötzlich Hemmungen, weil ich Angst davor hatte bewertet zu werden, oder negative Reaktionen zu erhalten. Irgendwas war immer da, was mich davon abhielt meine Blogs zu verbreiten. Auf Dauer konnte das aber nicht so weitergehen. Das Thema Sichtbarkeit war für mich noch ein ganz schwieriges Thema.

Und dann kam Anfang Oktober plötzlich Judith wieder mit einem neuen Kurs um die Ecke, einer achtwöchigen Challenge mit dem Titel „Double your Blog„. Das Ziel des Kurses war eine deutliche Steigerung der Zugriffe auf unsere Website, wenn nicht sogar eine Verdoppelung. Und die Themen waren unter anderem:
- Google Search Console, Analytics und Sitemap einrichten
- Blogartikel klickstark zu teilen mithilfe verschiedenster Tools, Content-Strategien und den besten „klickbaren“ Social-Media-Plattformen.
- Den Blog auf zwei Ebenen optimieren: Einmal, indem einzelne Blogartikel unter die Lupe genommen werden, zweitens durch die Optimierung der Website als Ganzes über zum Beispiel die Startseite, die Kategorien und Verlinkungen.
Das Ziel: Ein schnell spürbar besseres Ranking direkt in Google und auch bei den Google AI-Overviews und ChatGPT zu erreichen und somit den Blog bereit für die KI-Ära zu machen, - und klickstarke Themen jenseits der klassischen Keyword-Recherche zu finden.
Und was soll ich sagen? Ab der ersten Woche habe ich wirklich aktiv mitgemacht und wahnsinnig viel gelernt. Ich habe alles mögliche auf und für die Website installiert und eingerichtet. Ich habe einzelne Blogartikel mit Hilfe von SEO-Tools (Suchmaschinen-Optimierungs-Werkzeugen) von Grund auf überarbeitet und optimiert. Ich habe meine Startseite überarbeitet. Und vor allem habe ich meine Blogartikel geteilt, geteilt und nochmal geteilt.
„Schamlos teilen“ war Judiths Devise. Und so kam es auch. In der ersten Woche habe ich noch jedes Mal, wenn ich einen Artikel geteilt habe, den kurzen, zweifelnden, hemmenden, schambehafteten Moment direkt vor dem Drücken des Teilen-Buttons empfunden. Und von Woche zu Woche verringerte sich dieser Moment. Die Scham wurde geringer, die Hemmschwelle niedriger, die Zweifel weniger. Und der Klick auf „Teilen“ wurde immer leichter.
Ich habe es vorher nicht für möglich gehalten, aber ich war so fokussiert auf die Erledigung der Wochenaufgaben, dass ich mir wirklich nur noch wenige Gedanken hatte, die mich vom Teilen meiner Blogartikel abgehalten haben. Und mit jedem Teilen wurde die Sicherheit auch größer und das Selbstbewusstsein stärker. Ich möchte, dass meine Beiträge gelesen werden. Und ich möchte, dass sie in die Welt hinaus getragen werden.
Inzwischen freue ich mich jedes Mal darauf etwas in die Öffentlichkeit zu bringen. Und ich freue mich darauf anhand der Insights, der Statistiken, auch direkt zu sehen, wie viele Menschen sich den Artikel angeschaut habe, und so.
Was acht Wochen in mir so bewirken konnten, ist wirklich erstaunlich. Ich bin also, was diese ganzen Themen anbelangt, einen riesigen, großen Schritt weiter gekommen.
Jetzt fehlt mir für die Sichtbarkeit noch ein ganz wichtiges Thema: In Videos, zum Beispiel Reels, und vielleicht auch Youtube Videos, sichtbar zu werden.
Dafür muss ich aber über eine, vielleicht sogar noch etwas größere, Hürde springen. Zei erste Reels habe ich ja jetzt auch schon veröffentlicht. Eins erst mal nur auf meinem privaten Facebook Profil. Das zweite gestern als Ankündigung für diesen Jahresrückblick. Das muss ich jetzt nur regelmäßiger machen, dann wird das Thema „mich zeigen“ auch irgendwann zur Routine werden. Ganz bestimmt!
Der erste längere Urlaub seit Jahrzehnten
Endlich hat es mal geklappt! Wir haben einen Urlaub gemacht, der länger als nur fünf Tage war. Und einen Urlaub, in dem wir nicht mehrfach das Vorzelt des Wohnwagens auf- und abbauen mussten. Einen Urlaub, in dem wir für zwölf Nächte auf ein- und demselben Campingplatz standen. Ein Aufbau, vor Ort wirklich nur chillen oder Unternehmungen von dort aus machen, und nur ein Abbau. Das war Urlaub, wie ich ihn wirklich brauche.
Denn, wenn ich ehrlich bin, dann entspannen mich die Wochenenden auf den Mittelaltermärkten nicht wirklich. Ich liebe unsere Ausflüge ins Mittelalter, wirklich. Ich freue mich auch immer sehr darauf unsere Piraten-Familie an den, meist etwas längeren Wochenenden zu sehen. Ich genieße es, gemeinsame Zeit mit den Menschen zu verbringen, die unsere Interessen teilen. Es ist ein wunderschönes Hobby, das ich wirklich nicht aufgeben möchte. Und trotz allem Positiven, erholsam ist definitiv etwas anderes.
In den Jahren zuvor haben wir alle unsere Urlaubstage immer nur um die Termine des Mittelalterlichen Phantasie Spectaculums herum geplant. Der Veranstalter des Events führt mehrfach im Jahr dieses Festival durch. Und fast immer an anderen Orten. Das heißt, die Orte, die von der Entfernung her nicht zu weit entfernt von uns liegen, stehen jedes Jahr bei uns auf Plan. Das ist eine Veranstaltung über Christi Himmelfahrt immer im Oldenburger Land. Im Sommer gibt es im Weserbergland ein MPS, das an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden stattfindet, wo man unter der Woche auf der Campsite stehen bleiben, und Urlaub machen kann. Und im Herbst sind wir immer auf einem dreitägigen Event in der Lüneburger Heide.
So kamen dann immer Urlaubswochenenden auf Mittelalterfestivals, Urlaube auf Mittelalterfestivals inklusive Umzug auf einen Campingplatz und dort noch ein paar Tagen, oder auch sogar wenige Urlaubstage auf einem Campingplatz, plus Umzug zu einem Mittelalterfestival, zuzüglich Rück-Umzug für ein paar Tagen auf den Campingplatz, zustande. Dreimal aufbauen und dreimal abbauen innerhalb eines Urlaubs, das war mir definitiv zu heftig.
Je nach Länge der Reisestrecke, kann man für eine Fahrt hin oder zurück mit Auf- oder Abbau des Vorzeltes und der ganzen Campingutensilien bis zu einen ganzen Tag rechnen. Wenn eine Fahrstrecke nicht ganz so lang ist, dann gehen aber trotzdem mindestens sechs Stunden dafür drauf.
Ganz ehrlich? Das war Stress. Zumindest sehr oft. Und daraus entwickelt sich auch Stress, und zwar untereinander, meine ich.
Deshalb hatte ich letzten Winter, als wir uns an die Jahres-Urlaubsplanung gesetzt haben, angemerkt, dass ich gerne, endlich mal wieder, einen mindestens zweiwöchigen Urlaub am Stück machen möchte. Nach viel Tüftelei und Urlaubstagen-Jonglage hatten wir es im Dezember 2024 dann geschafft, eine vierzehntägige Reise an die holländische Nordsee zu planen. Bis die Urlaubstage beim Arbeitgeber dann allerdings eingereicht, und auch bewilligt wurden, war der Campingplatz an unserem geplanten Anreisewochenende natürlich schon komplett ausgebucht. Also mussten wir die vierzehn auf zwölf Tage verkürzen. Und damit war ich fein. Das war für mich in Ordnung.






Während der ersten Urlaubswoche verliefen die Tage auch recht langsam. Zumindest dachte ich öfter: WOW, jetzt haben wir noch sooo viel Zeit hier!“ Oder auch: „Toll, wir haben noch immer über eine Woche!“ Das Wissen, dass wir noch ganz viele Tage an der See verbringen durften, hat mich richtig herunter kommen lassen. Ich konnte wirklich entspannen und zum Teil einfach in den Tag hinein leben, auch wenn wir an anderen Tagen ein paar Unternehmungen geplant hatten. Aber es gab keinen Zeitdruck, nichts.
Auch als die letzte Woche begann, sah ich alles noch ganz locker. Aber dann, ganz plötzlich, fingen wir schon an, so langsam die ganze Deko einzusammeln und wegzupacken, den Grill und alles andere richtig zu reinigen und zu verstauen und Vorzelt und Wohnwagen aufzuräumen. Wo waren die letzten fünf, sechs Tage hin?
Es ist echt erschreckend, dass ich im Nachhinein fast das Gefühl hatte, als wäre der Urlaub auch wieder nur fünf Tage lang gewesen. Warum ist das so? Natürlich war ich definitiv wesentlich entspannter als sonst, wenn wir nur diese Kurzurlaube gemacht hatten.
Vielleicht sollten wir demnächst direkt drei Wochen in Urlaub fahren.
Wir haben auf jeden Fall, während wir noch an der Nordsee auf dem Campingplatz waren, schon unseren nächsten Sommerurlaub geplant und gebucht. Dieses Mal dann wirklich für vierzehn Tage. Damit niemand uns wieder zwei Tage „klauen“ kann. Mein Schatz meinte nämlich an einem Abend, dass er gerne nächstes Jahr seinen Urlaub, und auch seinen Geburtstag wieder dort verbringen möchte. Und zwar ganz genau auf demselben Platz. Also habe wir das online direkt an dem Tag noch fix gemacht. Und unsere Freunde begleiten uns auch wieder. Ich freu mich schon riesig!
Meine To-Want-Liste
Anfang Oktober habe ich einen interessanten Blogartikel veröffentlicht, und zwar meine To-Want-Liste für das letzte Quartal 2025. Das war eine Blog-Idee in einem der Kurse von Judith Peters. In dem Beitrag ging es darum, eine Liste von Dingen zu erstellen, die man gerne bis zum Ende des Jahres noch machen, erledigen oder schaffen möchte.
Es gibt ja schon sehr lange To-Do-Listen, welche ich in meinem Alltag auch ständig nutze. Ich verwende dafür eine Aufgaben-App, um zum Beispiel an wichtige Erledigungen zu denken, oder wichtige Unterlagen zusammen zu stellen, die ich an einen Tag X benötige. In dieser App kann ich die Aufgaben dann einzeln, wenn ich sie erledigt habe, auch immer abhaken.
Auch wenn ich zum Beispiel in Urlaub fahre, arbeite ich bei den Vorbereitungen der Reise zwei verschiedene Listen ab: Eine Pack-Liste und eine To-Do-Liste. Mir gibt es ein gutes Gefühl, wenn ich Punkt für Punkt als erledigt streichen kann, und die Liste sich immer weiter verringert. Jeder abgehakte Punkt bringt mich dem Urlaub näher, ich kann nichts vergessen, und die Vorfreude steigt immer mehr.
Die To-Want-Liste, die ich im Oktober erstellt, und hier in meinem Blog veröffentlicht habe, hat einen etwas anderen Fokus. Es geht um Dinge, die ich noch erledigen möchte, um Unternehmungen, die ich noch gerne machen möchte, Ziele, die ich am liebsten noch erreichen möchte. Es ging also um kleine und große Wünsche, die uns zum Beispiel auch Spaß machen, die wir lieben, die uns erfüllen, nicht um zweckmäßig große Pläne, deren Umsetzung ein Muss darstellen. Im Gegensatz zu einer To-do-Liste verlangt meine To-Want-Liste nichts von mir. Sie wartet geduldig ab und sie erinnert mich nicht an Versäumnisse, sondern an Möglichkeiten.
Was ich noch machen möchte, hört sich auch direkt viel einladender an. Ich habe sofort gemerkt, dass ich mit einem ganz anderen Fokus an diese Liste heran gegangen bin. Und zwar so, dass ich sie mir regelmäßig angeschaut habe, und einfach entscheiden konnte, was tatsächlich noch in meinem Zeitplan umsetzbar ist. Ohne Druck, ohne feste Reihenfolge, ohne die Erwartung, dass alles irgendwann erledigt sein muss. Und vor allem ohne schlechtes Gewissen, wenn etwas lange auf der Liste stehen bleibt.
Heute schaue ich mir diese Liste noch einmal mit euch gemeinsam an und bin gespannt, was ich alles abgehakt habe.
Oben, im ersten Satz, habe ich die Original-Liste nochmal für euch verlinkt, damit ihr sie euch komplett anschauen, und für euch vielleicht als Inspiration für das erste Quartal 2026, übernehmen könnt.
Außerdem habe ich die einzelnen Punkte für die Auswertung hier unten sehr gekürzt, und nur die wichtigsten Sätze aus dem Original übernommen.
- Bis zum Ende des Jahres werde ich meine Selbstständigkeit beim Finanzamt anmelden.
✅ erledigt - Ich werde den Businessplan fertig stellen.
✅ erledigt - Mein Blog soll endlich abonnierbar sein.
Mit der Thematik habe ich mich beschäftigt und das „Abo“ wird über einen Newsletter erfolgen.
✅ erledigt - Ich lese mich bis Ende November in das Thema Newsletter ein.
Es wird einen Newsletter geben, die Anfänge sind auch schon gemacht. Bisher scheitere ich aber noch an der Technik.
✅ erledigt - Ich werde bis Mitte Dezember zu Ikea fahren und mir abschließbare Aktenschränke und Bürostühle anschauen.
Ich bin nicht zu Ikea gefahren, sondern habe mir online viele verschiedene Modelle angeschaut und mich zumindest was den Schrank betrifft schon für einen entschieden. Gekauft wird erst, wenn ich Geld auf meinem Geschäftskonto habe.
✅ erledigt - Ich werde die Spielsachen meiner Enkelkinder im Arbeitszimmer noch weiter dezimieren.
📜 noch nicht gemacht, bleibt noch auf der Liste. - Ich werde ein erstes Angebot für mein Business zu entwickeln.
📜 noch nicht gemacht, bleibt noch auf der Liste. Ideen habe ich schon ein paar. - Ich werde mindestens 5 meiner „älteren“ Blogartikel noch einmal bearbeiten
✅ erledigt - Ich werde meine Website fertig stellen.
🖋️ Ich habe weiter daran gearbeitet, aber sie ist noch nicht fertig. - Ich werde in meinem Arbeitszimmer die Wände neu tapezieren und streichen.
📜 noch nicht gemacht, bleibt noch auf der Liste. - Ich werde die Fenster putzen.
🖋️ Ich habe ein paar Fenster geschafft, aber nicht alle. - Ich werde den Garten winterfertig machen.
📜 nicht erledigt, bleibt noch auf der Liste und wird dann halt frühlingsfertig gemacht. - Ich werde meine Wohnung im Advent wieder schmücken.
✅ erledigt - Ich werde mindestens drei schöne Ausflüge für Spaziergänge mit Phoebe machen.
🖋️ Ich habe zwei von drei Ausflügen gemacht. - Mindestens drei langjährige Freundinnen werde ich mit einem Telefonat überraschen.
📜 nicht gemacht, bleibt definitiv noch auf der Liste. - Ich werde mit meiner Tochter einen Fernsehabend machen.
📜 noch nicht gemacht, bleibt noch auf der Liste. Ich weiß gar nicht, warum wir das nicht geschafft haben, aber vermutlich haben wir beide tatsächlich derzeit zu viel andere Dinge im Kopf. - Ich werde im November mit meiner Tochter ins Kino in den Film „Wicked Teil 2“ gehen.
📜 noch nicht gemacht, bleibt noch auf der Liste. - Ich werde Ende Oktober an einem Workshop von Savina Tilman teilnehmen.
✅ erledigt - Ich werde mindestens 15 weitere Blogartikel schreiben und veröffentlichen.
🖋️ Ich habe inklusive diesem Artikel weitere 9 veröffentlicht und an einem bin ich dran. Wunschziel also nicht ganz erreicht. - Ich werde mit meiner Mutter zu ihrer langjährigen Freundin und meinem Patenonkel fahren.
✅ erledigt - Mein Kleiderschrank muss endlich mal wieder ausgemistet zu werden.
📜 noch nicht gemacht, bleibt noch auf der Liste. - Ich werde für mich ein paar neue Oberteile shoppen gehen.
✅ erledigt, zwar im Internet bestellt, aber was soll’s. - Ich werde mindestens einen Weihnachtsmarkt besuchen gehen.
✅ erledigt - Wir werden uns vor Weihnachten noch mit unserer Piraten-Familie treffen.
✅ erledigt - Ich werde mindestens eine Woche lang die Morning-Power-Fragen beantworten.
✅ erledigt - Ich werde Termine bei zwei Ärzten machen.
✅ erledigt
Wenn ich das Bild mal so im Gesamten überblicke, muss ich sagen, dass ich mehr schaffen, erleben und erledigen konnte, als ich es erwartet habe:
54% meiner Wünsche habe ich wahr werden lassen (die grün markierten),
15% der Wünsche habe ich mir in Teilen erfüllt, aber die Anzahl nicht ganz geschafft (die blau markierten), und
31% meiner Wünsche sind noch komplett offen geblieben (die in schwarzer Schrift) und warten nun darauf, dass ich sie mir im neuen Jahr noch erfüllen werde.
Das ist doch eine super Statistik meiner Meinung nach, oder was sagt ihr dazu? Und es hat riesig Spaß gemacht, die einzelnen Wünsche abzuhaken, oder für diejenigen mit einer bestimmen Anzahl, die Strichliste zu führen.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich es schaffen werde für jedes Quartal eine To-Want-Liste zu erstellen. Gerade jetzt, am Anfang meiner Selbstständigkeit, habe ich tatsächlich noch sehr viele organisatorische Dinge zu erledigen. Außerdem muss ich mich in noch einige Programme einarbeiten, die für den Ablauf der Praxis sehr wichtig sind. Und das sind Sachen, die jetzt tatsächlich erst einmal im Vordergrund stehen.
Grundsätzlich fand ich die Idee aber wirklich toll, und ich werde sie definitiv später wieder aufgreifen.
Mein 2025 – Fazit
Worauf ich 2025 stolz bin
- Darauf, dass ich mich dazu motivieren konnte so viele Blogartikel zu schreiben.
- Auf mein Durchhaltevermögen, und dass ich mich von Hürden, Steinen und Gräben, die im Weg waren, nicht von meinem Pfad habe abbringen lassen.
- Darauf, dass ich immer wieder Anlauf genommen habe um den Businessplan zu erstellen und mein Ziel nicht aus den Augen verloren habe.
- Darauf, dass ich auch trotz Zeiten des Stillstands, immer wieder den Antrieb gefunden, und weitergemacht habe.
- Darauf, dass ich es tatsächlich dieses Jahr noch geschafft habe den Businessplan fertig zu stellen.
- Darauf, dass ich so mutig bin und diesen großen Schritt in meine Zukunft gehe.
- Darauf, dass ich mich meinen Ängsten, Zweifeln und Befürchtungen gestellt, und angefangen habe, meine Website und die Blogartikel in den Medien zu teilen.
- Darauf, dass ich es immer wieder schaffe, mich von den Schmerzen nicht unterkriegen zu lassen.
- Darauf, dass ich alles (Jobs, Enkelkinder, Planungen für die Selbstständigkeit,…) unter einen Hut bekommen habe.
- Darauf, dass ich mir von A-Z alles selber beigebracht, und mich durch alle Themen alleine durchgekämpft habe, was die Website und alles was mit ihr zusammenhängt, zu tun hat.
- Auf die beiden Weiterbildungen, die ich dieses Jahr gemacht habe,
- und auf meine ganz persönliche Weiterentwicklung.
Wofür ich 2025 besonders dankbar bin
Die größte Dankbarkeit empfinde ich gegenüber meinem Partner, Rainer. Stände er nicht absolut hinter mir und meiner Entscheidung, wäre es mir kaum möglich, soviel Zeit und Energie in mein Projekt Selbstständigkeit zu stecken. Auch wenn wir uns in der Regel nur an den Wochenenden sehen, an den beiden Tagen übernimmt er so viele Alltagsaufgaben von mir, dass ich mich beruhigt den ganzen Tag ins Arbeitszimmer verkrümeln kann. Er unternimmt die Hunderunden, versorgt die Tiere mit Futter, kümmert sich darum, dass auch ich etwas esse, fragt regelmäßig, ob ich noch was brauche, und übernimmt auch ein paar Haushaltsaufgaben, zu denen ich in der Woche nicht gekommen war.
Rainer steht hinter mir, und hält mir den Rücken frei. Das ist Gold wert. Danke dafür, und dafür, dass es dich in meinem Leben gibt, Rainer!
Außerdem bin ich sehr dankbar für das Business-Coaching, dass ich nach ungefähr sieben Monaten des Nachhakens beim Amt, dann im Juli endlich doch endlich noch finanziert bekommen habe. Ohne dieses stände ich heute, und das weiß ich ganz sicher, noch nicht an dem Punkt, meine Praxis in wenigen Tagen eröffnen zu können. Neben all den nervenden Punkten, die es auszuführen galt, war es doch immer wieder der Motivationsschub, den ich brauchte, um weiter zu machen.
Was ich im Jahr 2025 zurück lasse und nicht in 2026 mitnehme
Ich werde das Thema Businessplan loslassen und definitiv nicht mit ins Jahr 2026 nehmen.
Die Erstellung war für mich kräftezehrend, nervenaufreibend und hat mir regelmäßig mindf..ks verpasst.
Ich weiß zu 1000%, dass ich so etwas nie im Leben mehr erstellen werde. Ja, ich bin stolz, dass ich es geschafft habe, aber der Weg dahin, war stellenweise so richtig ätzend.
🎉 Auf Wiedersehen Businessplan!!! 🎉
Mein 2025 in Zahlen
Die Entwicklung meiner Website-Besucher

Der aktuelle Stand meines Blogs

Der aktuelle Stand meiner Instagram Seite

Die Entwicklung meiner Facebook Follower

Mein Ausblick auf 2026
Meine Ziele für 2026
- mindestens zehn Menschen beraten oder therapieren zu dürfen
- den Newsletter aufsetzen
- ein Freebie entwickeln
- einen digitalen Adventskalender 2026 (als zweites Freebie) entwerfen

ÜBER MICH
Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum – auch mit Schmerzen!
Das ist die Philosophie, die mich nach vielen Umwegen zu meinem heutigen Beruf als Heilpraktikerin für Psychotherapie geführt hat. Mein eigener Weg mit einer chronische Schmerzerkrankung hat mir gezeigt, dass Heilung nicht immer bedeutet, schmerzfrei zu sein, sondern Frieden mit sich selbst zu schließen und das Leben trotzdem zu gestalten. Ich begleitet Menschen, die ihren Mut und ihre Lebensfreude wiederfinden möchten, auch dann, wenn Körper und Seele erschöpft sind. Dabei verbinde ich Empathie, Lebenserfahrung und fundiertes Wissen zu einer ganzheitlichen Arbeit mit Herz und Verstand.
Mein Ziel: Ihnen zu zeigen, dass jeder Schmerz, körperlich oder seelisch, eine Tür zu Wachstum, Bewusstsein und innerer Stärke sein kann, und Sie auf Ihrem eigenen Weg, in Ihrem eigenen Tempo, zu begleiten.
Mehr über mich gibt es hier zu lesen.



Liebe Alexandra,
Wow, was für intensive Zeiten du durchlebt hast! Und Hut ab für deine Hartnäckigkeit, immer dranzubleiben, aber auch das ein oder andere loszulassen.
So spannend die Sache mit dem Businessplan, weil ich selber keinen zu Beginn meiner Selbständigkeit gemacht habe und immer ein schlechtes Gewissen habe 🤭.
Auf ein großartiges 2026 mit viel Erfolg, Gesundheit und Freude.
Es wird alles kommen, wie wir es uns vorstellen können.
Sandra
Liebe Sandra,
vielen lieben Dank für deine Rückmeldung. Du bist ein gutes Beispiel dafür, dass ein Businessplan nicht unbedingt notwendig ist um ein Unternehmen zu gründen.
Ich wünsche dir auch ein tolles Jahr 2026 mit Zufriedenheit, Gesundheit und Erfolg.
Herzliche Grüße,
Alexandra
Danke für deinen ganz persönlichen Einblick in das Jahr 2025. Es ist Außenstehenden oft gar nicht bewusst, wie viel Energie eine Selbständigkeit kostet, um so wertvoller ist es, wenn man hier von Familie und Freunden unterstützt wird. Danke an deinen Partner Rainer und sag ihm unbekannterweise einen lieben Gruß. Auf ein gesundes, erfolgreiches und wunderbares Jahr 2026. Lg Susanne
Liebe Susanne,
Vielen lieben Dank für deinen Kommentar.
Ja, gerade die kontinuierliche Unterstützung und Hilfe von nahestehenden Personen ist sehr wichtig. Ihr Glaube an uns und unser Tun, den sie uns vermitteln, trägt uns ein großes Stück weit mit, und kann uns weiter wachsen lassen.
Die Grüße werde ich ausrichten.
Dir und allen deinen Lieben wünsche ich auch ein erfolgreiches, glückliches, und vor allem zufriedenes und gesundes neues Jahr.
Herzliche Grüße,
Alexandra
Liebe Alexandra,
Neuanfänge – da haben wir etwas gemeinsam. Herzlichen Glückwunsch zur Anmeldung deiner Selbstständigkeit inkl. der ganzen bürokratischen Herausforderungen. Ich weiß, wovon du sprichst!
Ich wünsche dir ganz viel Freude und Erfolg mit deinem Business und beim Bloggen!
Herzliche Grüße
Marina