Titelbild zum Blogartikel "Funfacts" über mich" von Alexandra Winkens. Man sieht nur den Kopf von Alexandra. Sie trägt eine grüne Strickmütze, einen dicken bunten Schal und eine dicke, blaugrüngraue Strickjacke. Sie zeigt mit einem Finger auf ein buntes Schild auf dem steht: "HAKUNA-". Erahnen kann man, dass das zweite Wort Matata sein soll. Der obere Fotorand endet bei dem M.

Funfacts über mich

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Funfacts nennt man die kleinen, unscheinbaren Details, die einen Menschen ausmachen. Manche davon begleiten einen schon seit der Kindheit, andere kommen erst später, im Erwachsenenalter, hinzu.
Einige davon sind nützlich, andere eher unnütz, und alle zusammen erzählen ein bisschen mehr von mir.

Ich liebe Pflaumenkuchen.

Und zwar den vom Blech. Eigentlich meine ich ja Zwetschgen, aber irgendwie wird hier selten ein Unterschied im normalen Sprachgebrauch gemacht. Einfach die Zwetschen aufgeschnitten auf einem Hefeteig verteilen, ein kleines bisschen Zucker drüber, eventuell noch ein wenig Zimt, und fertig ist er.
Ich erinnere mich an einen Kindergeburtstag einer Nachbarin, das war noch zu meiner Grundschulzeit: Irgendwie wurde aus dem Kuchenessen ein Wettbewerb, wer die meisten Stücke essen könne. Und während die anderen Kinder schon mit den Kinderspielen anfingen, saß ich immer noch am Tisch und verputzte ein Stück nach dem anderen. Wie viele es am Ende waren, das weiß ich nicht mehr. Aber ich erinnere mich, dass ich abends ziemlich Bauchweh hatte.
Und meine Zwetschgenkuchenliebe hält trotz allem bis heute an.

55 ist die Hälfte von 100.

Dieser Meinung war ich ganz lange. Eine ganze Zeit lang war die Zahl 55 deshalb auch meine Lieblingszahl. Ich begründete das immer damit, dass 5 ja die Hälfte von 10 sei, und dann müsse 55 die Hälfte von 100 sein. Das war für mich vollkommen logisch. Ist es das etwa nicht?
Wann mir dieser Irrglaube genommen wurde, weiß ich nicht, aber vermutlich war es im 1. Schuljahr.
Deshalb ist es heute natürlich nicht mehr meine Lieblingszahl. Seit der Geburt meiner Tochter ist das nämlich die Zahl 13.

Ich hatte Klavier-, Violinen- und Gitarrenunterricht.

Meine Eltern waren damals der Meinung, dass musikalische Früherziehung wichtig sei. So habe ich schon als kleines Kind in der städtischen Musikschule Glockenspiel gelernt. Als ich dann älter wurde, bekam ich mehrere Jahre lang privaten Klavierunterricht.
An der Violine habe ich nur eine ganz kurze Zeit Interesse gehabt, weil ich eine Klassenkameradin hatte, die ganz toll Geige spielen konnte. Das wollte ich auch so gerne. Nachdem ich dann aber feststellte, dass richtig viel Üben angesagt war, war mein Interesse relativ schnell wieder verblasst.
Später, als ich anfing die aktuellen Hits zu hören, wollte ich eine Zeitlang unbedingt Gitarre lernen. Aber auch hier standen mir das Lernen und die „Hausaufgaben“ wieder im Weg.

Eine Geheimschrift unter Freundinnen

Eine solche Geheimschrift haben meine damals beste Freundin und ich entwickelt. Jeden Tag haben wir uns Briefe geschrieben, dafür sogar ein Heft angeschafft, das jeder von uns abwechselnd mit nach Hause nahm.
Anfangs mussten wir noch jeden einzelnen Buchstaben nachschlagen, so geheim war unser Code. Doch nach einiger Zeit konnten wir die Schrift komplett flüssig sowohl lesen, als auch schreiben.
So haben wir uns alles erzählt, was niemand anderen etwas anging, weder unsere Mitschüler, noch unsere Eltern oder Geschwister.

Ich war mal Stadtmeisterin im Geräteturnen.

Diesen Titel habe ich 1983 ein ganzes Jahr lang getragen. Schon in meiner Kindergartenzeit bin ich regelmäßig zum Turnen gegangen. Damals noch in Köln, wo wir wohnten. In der Sporthochschule dort wollten sie mich sogar fördern, wovon meine Eltern allerdings nicht so angetan waren.
In der Grundschule in Mönchengladbach wurde ich dann von einer Trainerin auserwählt, in die Leistungsgruppe eines Vereins zu kommen. Dort habe ich viele Jahre, gegen Ende sogar bis zu sechs mal in der Woche, trainiert.
Meine Höhepunkte hatte ich dann mit 12 und 13 Jahren. Ich war sogar beim Deutschen Turnfest in Frankfurt am Main dabei. Und dann turnte ich mich als Stadtmeisterin der Stadt Mönchengladbach auf’s Treppchen.

Bei mir Zuhause läuft nur ganz selten Musik.

Das liegt daran, dass ich Musik durch meine Hörgeräte ganz anders wahrnehme. Irgendwie viel intensiver. Währen viele Menschen sich den ganzen Tag vom Radio berieseln lassen, bringt es mich eher aus der Konzentration.
Und wenn mehrere Menschen zusammensitzen, und dann zusätzlich noch Musik läuft, bin ich komplett raus. Die Geräuschkulisse ist für mich einfach zu viel. Mein Gehirn schafft es dann nicht, die Stimmen und das Musikgeräusch voneinander zu trennen. Die Schallwellen fließen ineinander, ich höre alles durcheinander und eine Selektion ist mir nicht mehr möglich.
Ich liebe also eher die Stille um mich herum. Dann höre ich wenigstens meine Gedanken 😉

Ich rede oft mit mir selbst.

Natürlich meistens dann, wenn ich alleine bin. Eher selten kommt es vor, dass ich Selbstgespräche führe, wenn mein Partner bei mir ist.
Meistens schimpfe ich laut mit mir, wenn ich Dinge verlege, mir Gegenstände runterfallen oder andere Sachen nicht so klappen, wie ich es mir vorstelle. Mit positiven Worten bestärke ich mich, zumindest gesprochen, eher selten.
Das sollte ich vielleicht einmal ändern. Warum immer nur negativ mit sich selbst reden?

Ich spreche auch mit Tieren und Pflanzen.

Mit Haustieren ist das ja absolut gesellschaftsfähig und absoltut normal. Man würde eher auffallen, wenn man mit seinen Haustieren nicht kommunizieren würde.
Ich spreche aber auch zum Beispiel mit den Vögeln und Hasen, die ich unterwegs sehe, wenn ich mit meiner Hündin spazieren gehe. Zum Beispiel, dass sie schnell weghoppeln sollen, bevor Phoebe sie gesehen hat. Oder wenn die Krähen auf dem Feld mich beobachten, wie ich Phoebe ein Leckerli gebe. Dann frage ich sie, ob sie auch etwas haben möchten.
Lustiger sind allerdings meine kurzen Monologe mit Pflanzen. Daheim motiviere ich meine Pflanzen natürlich dazu zu wachsen, oder ich frage sie, ob sie Durst haben. Draußen in der Natur bewundere ich zum Beispiel ihr Aussehen und in den trockenen Sommermonaten frage ich sie auch, ob sie vielleicht Durst haben. Und wenn ich sehe, dass sie zum Beispiel verletzt oder irgendwo abgebrochen sind, dann bemitleide ich sie.
Oft berühre die Pflanzen auch sanft um zu spüren, wie sie sich anfühlen, und bin davon überzeugt, dass sie den Kontakt wahrnehmen.

Noch einmal das Foto von Alexandra Winkens, wie sie auf das Schild mit der Aufschrift Hakuna-Matata zeigt. Dieses Mal im Ganzen, nicht abgeschnitten. Man sieht den Oberkörper von Alexandra. Sie trägt eine grüne Strickmütze, einen dicken bunten Schal und eine dicke, blaugrüngraue Strickjacke. Sie zeigt mit einem Finger auf ein buntes Schild auf dem steht: "HAKUNA-MATATA".
Hakuna Matata

Hin und wieder bin ich künstlerisch tätig.

Ich habe mir vor vielen Jahren zum Beispiel eine Staffelei, mehrere Leinwände und Acryl- und Ölfarben zugelegt, und einfach drauf los gemalt. Anfang habe ich einfach nur nach Gefühl gemalt, später dann auch mal ein Ölbild, das mehrere Wochen bis zur Vollendung gebraucht hat. Das war irgendwie eine kreative Phase.
Wobei ich mich eigentlich mein Leben lang schon immer wieder an verschiedenen Kunsthandwerken versucht habe. Darunter waren Töpfern, mit Fimo basteln, Seidenmalerei, Glasmalerei, Gipsfiguren gießen und bemalen, oder auch Holzarbeiten.
Es waren aber meistens immer nur Phasen, in denen ich bestimmte Hobbys einfach mal ausprobiert habe. Ein paar selbst gefertigte Stücke der unterschiedlichen Handwerke gibt es auch noch.
Nur mit Handarbeiten wie Nähen, Stricken, Sticken oder Häkeln konnte man mich immer jagen.

Ich liebe Listen.

Ohne Listen wüsste ich gar nicht, wie ich manchmal zurecht kommen sollte. Ob es Einkaufslisten sind, Listen zum Packen für den Urlaub, Listen für zum Beispiel Weihnachtsgeschenke und natürlich die unteschiedlichsten To-do Listen. Eine für den Haushalt, eine für die Selbstständigkeit, eine für Erledigungen vor einer Reise, eine für private Dinge, und so weiter.
Das Beste an Listen ist das Abhaken. Jeder Haken ermuntert mich dazu weiterzumachen. Und je mehr ich erledigt habe, desto näher komme ich einem Ziel. Vor allem strukturiert es alle Vorbereitungen, alle Projekte und somit, unter anderem, auch meine Tage.

Früher war ich früher auf.

‚Früher‘, das heißt als Kind, Jugendliche, und auch noch als Erwachsene und ‚früher‘ bedeutet für mich so gegen fünf Uhr morgens. Manchmal auch noch etwas früher. Meinen Wecker habe ich damals extra so früh gestellt, damit ich noch die Hausaufgaben erledigen konnte, zu denen ich am Nachmittag zuvor keine Lust mehr gehabt hatte. Abends bin ich dafür meistens schon sehr früh im Bett gewesen, so zwischen acht und neun Uhr.
Sehr lange war ich ein Morgenmensch und habe oft, bevor andere ihre Augen das erste Mal öffneten, schon meinen halben Haushalt erledigt.
Das hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. Ich arbeite oft bis spät abends oder nicht selten auch bis in die Nacht. Zu viele Ideen und Inspirationen habe ich im Kopf, die alle festgehalten und umgesetzt werden wollen, als dass ich die Ruhe habe, abzuschalten und ins Bett zu gehen. Und dann komme ich natürlich morgens selten früh raus.
Also die Zeiten, dass ich um sechs Uhr morgens den Sauger schwinge, sind lange vorbei.

Ich hinterlasse manchmal gerne kleine Nachrichten.

Das fing, denke ich, schon als Kind bei mir an. Mit meinen Eltern haben wir uns immer kleine Notizen hinterlassen, wo wir sind, und was wir machen, oder auch wann wir nach Hause kommen. Damals gab es halt keine Handys, also wurden die Eltern über Zettel üder solche Dinge informiert. Anders herum bekamen wir Kinder über so kleine Zettel immer mitgeteilt, was wir alles erledigen sollten, oder auch wann wir Zuhause sein sollten.
Diese Tradition habe ich bei meiner Tochter damals weitergeführt und das System hat gut funktioniert. Seit dem es Handys, und vor allem WhatsApp gibt, ist die Zettelschreiberei natürlich wesentlich weniger geworden. Dennoch benutze ich sie immer noch ab und zu, weil es irgendwie persönlicher ist. Wer freut sich nicht über einen kleinen lieben Gruß auf dem Kopfkissen? Oder auch eine kurze herzliche Nachricht am Autoscheibenwischer?

Ich sammle Steine, Holz, Muscheln, Federn und getrocknete Pflanzen.

Es gibt zum Beispiel keinen Strandurlaub, ohne dass ich nicht mindestens eine kleine Tüte mit Muscheln wieder mit nach Hause bringe. Oder wenn ich durch den Wald gehe, sehe ich so viele schöne Äste, die irgendwie in Szene gesetzt werden wollen. Und habt ihr schon mal darauf geachtet, wie viele unterschiedliche Steine es gibt? Glänzende, matte, raue und glatte. Manche müssen einfach in meine Tasche wandern und finden so den Weg in mein Heim.
Ich besitze also Sammelsurium aus Naturmaterialien, die schön dekoriert meine Wohnung zieren.

Ein Knutschfleck von einer Kuh

Den verpasste mir ein Kälbchen, während ich ein verlängertes Wochenende mit meiner Tochter und mehreren Freundinnen über Ostern in der Eifel verbrachte. Das muss Ende der 90er Jahre gewesen sein, die Kinder waren noch in der Grundschule.
Wir machten eine Wanderung und kamen an einem Bauernhof vorbei. Dort durften wir, vermutlich dadurch, dass wir Kinder dabei hatten, in den Stall und die Kälber anschauen. Eins hatte es mir besonders angetan. Ich streichelte es ausgiebig und verliebte mich in die wunderschönen, langen Wimpern.
Das Baby fing irgendwann an, meine Hand zu suchen und ich hielt sie ihm quer vor das Maul, woraufhin es sich ganz schnell an ihr festsaugte.
Als ich die Hand nach einigen Minuten aus dem Maul befreite, stellte ich fest, dass sich an der Außenkante ein Knutschfleck gebildet hatte. Das war der Auslöser, seit dem ich kein Kalbsfleisch mehr essen konnte.

Seit August 2011 ernähre ich mich vegetarisch.

Dadurch, dass meine Tochter und ich ein Kaninchen aus einem Nachbargarten gerettet hatten, bekamen wir Kontakt zu einem Tierschutzverein. Wir wurden recht schnell zu einer Pflegestelle für Kaninchen benannt, und später auch für Katzen.
Je mehr ich mich in diesem Verein engagierte, umso tiefere Einblicke gewann ich in die Umstände, wie Tiere gehalten, missbraucht und auch getötet werden. Sehr schnell war ich nicht mehr nur in dem Tierschutzverein tätig, sondern breitete mein Wirken auch überregional aus.
Und je mehr Einblicke ich erhielt und je größere Kreise ich zog, umso klarer wurde mir, dass ich nicht mehr ein Teil dieser Gesellschaft sein wollte, die Tiere nur als Gegenstände einstuft. Niemand, der Tieren unter anderem Bewusstsein, Kommunikation, Gefühle, Schmerzen oder auch Rechte abspricht. Und vor allem wollte ich nicht mehr Teil der Menschheit sein, die Tiere nur um des Profitwillens tötet und sich daran bereichert.
Mein Weg im Umgang mit dieser Ungerechtigkeit, und den teils bestialischen Machenschaften der Menschen war, dass ich mich dazu entschied, zumindest nicht mehr totes Tier zu essen. Für mich sollte kein Tier mehr getötet werden.
Wo ich ab und zu Ausnahmen mache, das ist ganz selten mal bei Fisch und ab und zu bei Krabben. Von daher muss man mich vermutlich eher als Pescetarier, als als Vegetarier bezeichnen. Der Einfachheit halber benutze ich aber im Regelfall das Wort Vegetarier.

Ich neige dazu Dinge perfekt machen zu wollen.

Das ist eine meiner Eigenschaften, die grundsätzlich sehr positiv zu werten ist. Allerdings macht es mir den Alltag auch oft etwas schwieriger. Denn Perfektionismus braucht Zeit und Zeit ist heutzutage ein teures Gut. Poliere ich also Gläser, dann drehe ich sie zehn mal um, halte sie fünf mal ins Gegenlicht, um auch definitiv null Streifen oder Abdrücke darauf zu finden. Hefte ich Unterlagen ab, dann auch wirklich mit System, alphabetisch und nach Datum sortiert, und dann noch in den verschiedenen thematischen Ordnern. Bei der Erstellung des Businessplans, musste dieser von A-Z schlüssig, und auch jede Querverbindung jederzeit überprüf- und nachweisbar sein. Schneide ich Obst oder Gemüse, möchte ich, dass die Stücke alle ungefähr dieselbe Größe haben. Das sind nur ein paar wenige Beispiele.
Es gibt also in jedem Bereich meines Lebens Dinge, bei denen es in mir nach Perfektion strebt. So zieht sich diese Thematik durch mein Leben, was sehr häufig dazu führt, dass ich für normale Tätigkeiten teilweise doppelt so viel Zeit benötige wie andere Menschen.
Inzwischen habe ich schon sehr viele meiner perfektionistischen Handlungen abgestellt oder zumindest optimiert. Bei vielen Dingen kann ich heute über Unperfektheit hinwegsehen.
So ganz kann und möchte ich meinen inneren Monk allerdings nicht aufgeben.

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Du hast nun ein paar Dinge über mich erfahren, die nicht in meinem Lebenslauf stehen, die aber zeigen, wer ich jenseits der Arbeit bin. Dinge, die mich ausmachen, die zu meinem Leben gehören und die mich manchmal zum Schmunzeln bringen.
Gibt es Punkte die dich überrascht haben? Oder hast du vielleicht Ähnlichkeiten zu dir entdeckt?

Ich bin neugierig: Kommentier doch mal bitte, was du am interessantesten oder witzigsten fandest. Oder erzähl mir auch ein paar Funfacts über dich.

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